| es ist so still |
| Es ist plötzlich
ganz still. Die lautsprecher schweigen. Alle sitzen mit gradem rücken auf ihren stühlen, pressen die füße auf das pvc und starren. Niemand sieht den anderen an. Die luft scheint den atem anzuhalten, drückt sich mit aller kraft gegen die fenster, gegen die wände, gegen die tür. Selbst auf den fluren ist es still. Niemand bewegt sich, nichts bewegt sich. Innen im mund läuft der speichel zusammen, sammelt sich unter der zunge und will geschluckt werden. Als die stille sich zusammenzieht und verdampft, stellen sich die nackenhaare und die härchen an den armen auf. Verhalten rücken stühle und berühren arme tische. Die stille ist zum stillstand gekommen, die bewegungslosigkeit hat sich bewegt. In den bahnen ist es nicht anders. Nach einem augenblick, wirklich, nicht viel länger, des luftanhaltens, fahren sie wieder, sitzen sie wieder bequem oder verkrampft, aus dem fenster schauend und zielstrebig hinter spiegelnden fenstern. Und einen augenblick konnten alle sehen, was geschehen war. Die tür schloss sich leise. Sie wussten, dass alle wussten, was sie schon immer geahnt hatte. Niemand war unschuldig. |
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