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Eine beklemmende Reise zur dunklen Rückseite der Seele.
Warum reisen wir immer in die Weite, und nie in die Tiefe, ihr helles
Lachen über mein verdutztes Gesicht begleitet die unerwartete Frage.
Eingehüllt in weiße Bademäntel liegen wir entspannt auf den Rattanliegen
im großzügigen Ruheraum vor der Sauna. Welche Tiefen möchtest du
bereisen, sinnierend betrachte ich sie, ihre tiefgrünen Augen starren
verträumt in die Ferne. Wild und feucht umrahmt ihr dunkelrotes Haar das
schmale Gesicht. Sommersprossen. Leicht sonnengebräunter Teint. Sie ist
keine Schönheit, im Sinne der momentan gültigen Idealvorstellungen, aber
sie besitzt für ihr jugendliches Alter eine faszinierende Ausstrahlung.
Der Mund, mit den vollen aber blassen Lippen, dessen Winkel sie jeweils
lasziv spielen lässt, bei den erregenden Diskussionen unserer
gemeinsamen Saunaabende. Die filigranen, langgliedrigen Hände mit den
gepflegten Nägeln. Sie dreht sich zu mir, der Bademantel rutscht ein
wenig von ihren Schultern. Wir sind in unserer Dreidimensionalität
gefangen, ich möchte nicht nur an den Oberflächen segeln, sondern die
Rückseiten der Ozeane erforschen, das Fremde erleben, jenseits aller
Wirklichkeiten. Sie richtet sich ein wenig auf, der Bademantel rutscht
weiter. Schmunzelnd betrachte ich den frei werdenden Oberkörper,
erinnere mich an ihre scherzhaften Klagen über mangelnde Proportionen.
Ich liebe es, wenn sie sich mit ihren Philosophien in Rage redet. Wer
weiß, fährt sie fort, ob es nicht auch in den letzten Tiefen der Meere
eine Brandung gibt, die noch nie ein Mensch gesehen hat. Und welcher
Fremdenführer bringt uns da hin, entgegne ich süffisant. Es gibt
niemand, wir müssen es selber finden, erwidert sie schlagfertig, Das
Fremde in dieser Tiefe, ist selbst für einen Fremdenführer fremd.
Geschlagen schließe ich die Augen, höre ihr erheitertes Kichern, in dem
die Gewissheit mitschwingt, dass ich ihren manisch akrobatischen
Wortspielereien nie standhalten kann. Einen Moment versuche ich mir die
Brandung in den Tiefen der Meere vorzustellen. Das seit Ewigkeiten da
ausharrende, wohl nie zu erforschende Fremde. Wie entsteht gegenseitige
Kommunikation in diesen Tiefen, kann der menschliche Körper den dort
herrschenden Druckverhältnissen widerstehen, wie funktionieren unsere
Gedanken, spüren wir die dortige Brandung bis in unsere Seelen,
Seelenbrandung. 1.2.6. Wieso soll die 3 erscheinen, unbedeutend.
Inzwischen ist das Fremde eingetroffen, die Beine übereinander
geschlagen, die Hände vor dem Bauch gefaltet, sitzt es gegenüber,
betrachtet abwechselnd sie und mich. Erkundigt sich mit leiser Stimme,
ob alles in Ordnung ist. Freut sich, dass es auserwählt wurde, uns zu
begleiten. Erwähnt beiläufig, seine lange Erfahrung auf diesem Gebiet
sei nur vorteilhaft, da sie mit ihren sechsundzwanzig Jahren noch sehr
jung ist. Neben sich einen wuchtigen Reisekoffer. Vor sich, auf dem
Salontisch, hat es säuberlich ein paar Dokumente ausgebreitet, weist uns
auf die wichtigsten Punkte hin. Die detaillierte Beschreibung der zur
Anwendung gelangenden Behandlungsmethoden. Haftungsausschluss bei
körperlichen Beeinträchtigungen. Seine Autorisierung zur Durchführung.
Unser gegenseitiges Einverständnis zur freiwilligen Teilnahme. Feierlich
unterzeichnen wir die Dokumente. Es überreicht mir einen leeren Fahrplan
mit der Bemerkung, Notizen über Gefühle und Empfindungen der
verschiedenen Stationen zu machen. Wir müssen schmunzeln, es hat die
Idee der Reise kreativ umgesetzt. Es folgt eine angenehm kultivierte
Unterhaltung. Die schöne Terrassenwohnung, die Nachbarn, unsere
Umgebung, Werdegang und aktueller Beruf, Hobbys, Kulinarisches und
allgemeine Themen zum Tagesgeschehen. Anschließend ein kleiner Rundgang
durch die Räumlichkeiten, bevor es uns bittet, im Ruheraum zu warten,
damit es die entsprechenden Vorbereitungen erledigen kann. Banges
Warten. Endlich betritt es wieder den Ruheraum. In scheuer Erwartung
blickt sie zu ihm hoch, als es zu ihr geht, teilnahmslos lächelnd ihre
Hand erfasst und sie hochzieht. Der Bademantel gleitet vollends an ihr
herunter, während es sie zum angrenzenden Badezimmer neben der Sauna
führt. In der die Abenddämmerung reflektierenden Glasfront des
Ruheraums, spiegeln sich die grazilen Formen ihres unbekleideten
Körpers. Die realisierte Ungeheuerlichkeit erotisierter Gedankenspiele
lassen meine Bauchdecke beben. Im Spiegel, der durch den Türspalt
erkennbar ist, sehe ich, wie sie in die Wanne steigt. Daneben entfernt
das Fremde gemächlich den Brausenkopf vom Duschschlauch. Fährt
anschließend sachte mit der linken Hand über ihren leicht gewölbten,
erwartungsbebenden Bauch. Weiße Hand auf hellbraunem Grund. Ein mildes
Lächeln überfliegt ihr Gesicht.
Spüre, wie etwas angenehm Warmes über meine Brust rinnt. Das banale
Fernsehprogramm des Vorabends. Meine Versuche es zu erfassen, und ins
Klo zu werfen, misslingen. Der abscheuliche Schlag kommt absolut
unerwartet. Mentales Erbrechen. Die Zollbeamten sind mit Mutter noch
nicht fertig, tasten sie weiter ab. Abgreifen? Höre den röhrenden
Lastwagen hinter mir und beginne zählend zu laufen. Weiße Köpfe sich
auflösender Löwenzahnblumen rasen vorüber. Bei zehn hat er mich
eingeholt. Ausatmen. Der Schlag war die Schanze. Ich falle unter den
Holzschlitten, dessen grüngelbe Ziehschnur mit dem gleichfarbenen
Holzknopf schlägt um meinen Kopf. Irgendjemand erzählt mir die Sache mit
den Zollbeamten und Mutter.
Vornübergebeugt, mit gegrätschten Beinen, steht sie in der ovalen
Badewanne und hält sich an der oberhalb der Wanne angebrachten
Badetuchstange fest, den Kopf weit in den Nacken gepresst. Antwortet
gelegentlich mit einem kurzen, heftigen Nicken, während seinen
Erklärungen. Die Knöchel an ihren Händen treten in fiebriger Erwartung
weiß hervor. Ich empfinde seine sonore Stimme als sehr angenehm, als er
sie bittet, die Stange von unten zu halten, um ihre Stellung weiter zu
optimieren.
Das Klettern an der Stange erregt mich, fest presse ich sie zwischen
meine Beine. Sportkletterer! Erstmalig bewusstes Wahrnehmen von
Geschlechtsmerkmalen an der Plastikkinderpuppe auf dem grünen
Kachelofen. Aphrodisierende Stimmungswellen beim betrachten ihrer
glänzenden, waagrecht nach vorne ragenden Plastikbrüste. Verstohlen
vergleichende Blicke in die, die Wirklichkeit verhüllende Umgebung.
Störend empfinde ich mich von den umherkreisenden Auren betastet.
Sie hält kurz die Luft an, als das Fremde mit dem Duschschlauch
vorsichtig zwischen ihre Pobacken fährt. Ein heller, langgezogener
A-Laut entfährt ihrem Mund als das Fremde den Schlauch passend
positioniert und den Wasserhahn öffnet, freundlich nach der passenden
Temperatur fragend.
Dumpfe Mehlsackspiele. Er droht mir wegen den gestohlenen Leckereien.
Droht mir mit der Frau im Nebenraum. Willig füge ich mich. Ambivalentes
Lust- und Verachtungsempfinden. Bestürzt über das väterliche Schimpfen
des Nichtvaters, lerne ich meine Geistermauern zu perfektionieren, mit
Onanie und Tränen zementiert.
Ich lehne im Türrahmen zum Badezimmer. Wir haben vereinbart, während der
Behandlung nicht miteinander zu sprechen, wollen uns vollständig auf das
Fühlen konzentrieren. Das Fremde hat die Vorbereitungen an ihr beendet.
Trocknet sie mit einem Frotteetuch ab und hilft ihr aus der Badewanne.
Ich betrachte sinnierend die Fragmente von Klistier und Rasur, welche
den Abfluss verstopfen. Denke an unser gemeinsames Abendessen, bei dem
wir alles besprochen haben. Es geleitet sie ins vorbereitete Zimmer.
Frisch bezogenes Bett mit hellen Leinenlaken. Daneben, auf dem mit
dicken Teppichen ausgelegten Boden, liegen die farblich harmonierenden
Befriedigungsinstrumente, säuberlich sortiert auf einem aufgerollten,
etwas abgegriffenen Lederetui, daneben der wuchtige Reisekoffer mit
weiteren Utensilien. Zwielicht. Grosse Plüschkissen. Gedämpfte,
klassische Musik. Frisches Wasser, Gleitmittel und Taschentücher auf dem
kleinen Glastischchen neben dem Bett. Beziehungsunfähig setze ich mich
als Zuschauer in den bereitstehenden Fantasiesessel. Reisebeginn.
Lasziv sitzt die alte, hässliche Frau im Garten und stinkt vor sich hin,
während ich mit dem Motorrad vorbei fahre. Mutlos, sie für meine
Gedankenspiele zu begeistern, zusammen mit der resoluten Pfarrköchin.
Ich weiß noch nichts, über das Bild mit dem See und den Tod des
Kunstmalers. Sterben, verdrängte Erfahrung nach Schulschluss.
Ewas hilflos steht sie mit hängende Armen neben dem Bett, sieht zu, wie
sich das Fremde auszieht, wartend, bis es sich ihr zuwendet. Es überragt
sie um Haupteslänge. Einen Moment sehen sie sich schweigend an, bis sie
gefügig den Blick senkt. Es hebt die Hand, fährt sacht über ihre hohe
Stirn, ein paar wilde Strähnen ihres dunkelroten Haars aus dem Gesicht
streifend, über die schmal gezupften Augenbrauen, die
sommersprossenbetupfte Wange hinunter. Einen leichten Klaps auf die
Wange. Entlang des Halses über die Schultern bis zur Hand, ergreift sie
und führt sie behutsam zwischen seine Beine. Aufgeregte
Schluckbewegungen, als sie es mit ihren Fingern umfasst. Die Erregung
lässt mich beinahe erstarren. Ich betrachte dabei das faszinierend
geschmeidige Spiel ihrer Armmuskulatur. Nach einer Weile wendet sich das
Fremde abrupt ab, reicht ihr einen kardinalfarbenen String und fordert
sie schroff auf ihn anzuziehen. Wortlos zieht sie ihn über, die dünnen
Seitenbänder hoch über die Taille. Anschließend legt sie sich nach
seinen Instruktionen bäuchlings auf das wuchtige Messingbett mit dem
kunstvoll ziselierten Kopf- und Fussteil. Voller Hingabe bindet es sie
sorgfältig an das Bettgestell, mit farbigen Seidentüchern und
Fussschellen. Penibel auf optimale Bequemlichkeit achtend, polstert es
ihre Fußgelenke mit Wattekompressen. Den Kopf zur Seite gedreht,
betrachtet sie in der Spiegelwand was mit ihr geschieht.
Der rührige Kirchensigrist und Vorsänger malträtiert mein
Klassengschpänli. Drückt eine imaginäre Zigarre an ihren erwachenden
Brüsten aus. Schwindelgefühle. Der Lehrer prügelt mir ein Heft voll
Falschgeschriebenes in meinen erotisierten Kopf. Frustriert ziehe ich
eine gelbe Gitanes in meine reisefertige Lunge.
Es hat ihr eine Augenbinde angezogen. Hört sie, wie es die ersten
Instrumente prüft, während sie sicht- und wehrlos auf der Matratze
wartet? Einen biegsamen, mit weichem Leder umhüllten Rohrstock in der
Hand, tritt das Fremde neben sie, verharrt einen Moment in voller
Konzentration. Lässt wie ein Dirigent vor dem Konzert den Stock einige
Male sausend durch die Luft gleiten. Ihre zarten Nasenflügel beginnen
leicht zu beben. Im Takt der Musik empfängt sie die ersten, zaghaften
Rohrstockschläge auf Gesäß, Innenseiten der Schenkel und Fußsohlen. Sie
zuckt, presst die Fäuste zusammen, wälzt den Körper umher, soweit es die
Fesselung zulässt, beginnt unruhig zu atmen. Sanft spricht es ihr zu,
sich zu entspannen. Subtil auf den ihm ausgelieferten Körper eingehend,
steigert das Fremde die Belastung, bis sie es mit gepresster Stimme
bittet aufzuhören. Erste Station der Tiefenreise.
Mitfahrer des familiär personifizierten Wahnsinns. Irgendwo am Bahnhof
entlässt mich das Wageninnere. Stolpere in eine öffentliche Toilette.
Deflorierende, alkoholbedeckte Irrlichter erstürmen die Burgzinnen.
Ehrerstickende Schmerzen lähmen die Gegenwehr.
Zur Analdehnung lese ich auf der leeren Packung neben den
Befriedigungsinstrumenten. Halb kniend, mit durchgebogenem Rücken und
nur noch an den Händen festgebunden, liegt sie mit auseinandergezogenen
Beinen auf dem Bett. Um sich besseren Zugang zu verschaffen, hat es ihr
eines der großen Plüschkissen unter den Bauch geschoben. Liebevoll fährt
es über ihr Rückgrat bis zum Steißbein, zieht beidhändig die Backen
auseinander, hält sie mit Daumen und Zeigefinger der einen Hand offen,
während es mit der anderen ihren Anus mit Gleitmittel vorbereitet. Ihr
erregtes Wimmern begleitet die Prozedere. Die Zähne auf die Unterlippe
gepresst. Der kardinalfarbene String hängt lose am Bettgestell.
Immer wieder drängt er mich, reißt an meinen Geistermauern, bringt
Unordnung in den naiven Vorhof der Glückseligkeiten. Zwei nackte
Nachbarsschwestern räumen etwas auf. Lege meine Traumbrille kurz weg.
Brennende Realität sticht in meine Augen. Entsorge sie aus dem Fenster.
Ankunft meines Vaters und seiner angeheirateten Lebensirritation Er
trägt ein bisschen Aufmerksamkeitssalbe auf meine geschundene Seele.
Knarrendes Bettgestell, als das Fremde sie losbindet. Behutsam hilft es
ihr beim Aufsitzen, entfernt die Augenbinde und gibt ihr zu trinken.
Einen kurzen Moment hält sie die Augen geschlossen und bedankt sich
höflich. Gequältes Lächeln, als unsere Blicke in der Spiegelwand
aufeinanderprallen. Beim Aufstehen streift sie kurz mit ihren Händen
über die Hüften, erste Schattierungen der Züchtigungen auf dem
makellosen Körper. Rötungen. Ob des ungewohnten Dehnungsstöpsels bleibt
sie etwas breitbeinig neben dem Bett stehen. Es reicht ihr gelbe
Ballettschuhe, welche sie ungelenk anzieht, fordert sie auf, auch den
String wieder anzuziehen. Erste Brandungswellen.
Undefinierte Ewigkeiten im Lokal der platonischen Genüsse. Einen
unentdecklichen Augenblick lang schaue ich hoch, als die Türe zuklappt
und sie wieder rauskommt. Volltreffer. Den Geruch ihres Intimsprays
erkennend, lecke ich sicherheitshalber beide Toilettenbrillen sauber.
Als ich hochgehe, ist ihr Zimmer zerstört. Abgereist in psychiatrische
Welten.
Erschreckt fahre ich hoch, muss kurz eingenickt sein. Das Fremde kniet
auf ihren weit ausgestreckten Oberarmen. Mit rhythmischen Bewegungen
hält es ihren Kopf zwischen seine Beine. Unbändig wirbelt sie in dieser
schmerzhaften Stellung mit den Beinen. Die gelben Ballettschuhe. Tanz
der Begierde.
Verkatertes Erwachen. Unpersönlich stickiger Wartesaal. Besitze keine
Schuhe mehr und setze meine nackten Füße auf den kühlen, schmutzigen
Holzboden. Augenschliessende Versuche, Gefühle zu erdenken, zu
lokalisieren. Ergebnislos!
Sanft treibt das Fremde sie vor dem Bett in die Knie, drückt ihren
schlanken Oberkörper auf die Matratze, streicht ihr schulterlanges,
dunkelrotes Haar nach vorne und hält sie mit einer Hand im Genick fest,
während er ihr mit der anderen den String herunterzieht und sorgfältig
den Analstöpsel entfernt. Anschließend presst es gemächlich ein
kunstvoll geschnitztes Stück Ingwerwurzel in den gedehnten After. Kurzes
Aufbegehren, als die Wurzel ihren brennenden Wirkstoff entfaltet. Ihre
Lenden vibrieren. Flüsternde Beruhigungen. Sie sträubt sich, führt
dennoch die sanft klingenden, aber keinen Widerspruch duldenden
Anweisungen aus, die es ihr gibt. Gelegentlich ein schmerzliches Zucken
im Gesicht. Hüpfende Sommersprossen. Es vergeht eine geraume Weile, bis
es sie von der brennenden Wurzel erlöst und beginnt mit schwingenden
Bewegungen langsam von hinten in sie einzudringen. Zunehmend werden die
Stöße des Fremden gleichmäßiger und stärker. Feine Schweißperlen bilden
sich auf ihrer hohen Stirn, hinter der die dazumal erotisierenden
Gedanken von den realen Erduldungen korrigiert werden. Unter starkem
Stöhnen, die zierlichen Fäuste fest zusammengepresst, lässt sie die
Erstmaligkeit über sich ergehen. Schonend führt das Fremde ihr
anschließend den Analstöpsel wieder ein und zieht den String hoch.
Reiselandschaften mit märchenhaften Umgebungen. Schnee, Sonne und frisch
duftendes Flusswasser. Glockengeläut über Frühlinswiesen. Bauchflimmern
verursachende Endlosgespräche. Gleitende Hoffnungslandschaften wechseln
jäh mit toten, in brackigem Schaumwasser stehenden Bäumen und mit
ersticktem Laich umwickelten, auf dem Rücken schwimmenden Fischen.
Vollkommen entkleidet, liegt sie rücklings auf dem Bett. Bedächtig
umfasst das Fremde mit den Händen ihre Oberschenkel, presst jäh seine
Daumen in ihre Schamleisten. Aufschreiend fährt sie reflexartig ihre
Beine auseinander, unerbittlich nutzt es den schmerztauben Moment, packt
sie an ihren grazilen Fußgelenken, um sie mit weit gespreizten, leicht
angewinkelten Beinen, mit den Fussschellen am Bettgestell festzuklinken.
Diesmal verwendet es keine Wattekompressen. Schmerzgepeinigt, mit
wippenden Waden, lässt es sie einen Moment ruhen. Bereitet die
Seidentücher vor, um mit der Fesselung fortzufahren. Anmutig treten ihre
Rippen hervor, als es ihre Arme nach hinten führt um auch diese wieder
festzubinden. Im Halbdunkel schimmert die Haut an den von ihm rasierten
Stellen etwas heller, ihre Entbindungsnarbe ist gut erkennbar. Als ob es
meine Gedanken erahnte, fährt es sachte mit Zeige- und Mittelfinger über
die Narbe, fragt nach Kindern. Einen Moment scheint sich vertraute
Intimität zu entwickeln. Bereitwillig gibt sie Auskunft, zwei Töchter,
die Ältere im Vorschulalter, natürlich, aufgrund der aktuellen
Situation, momentan bei den Grosseltern. Unvorstellbar, sollten sie ihre
Mutter in diesem Zustand sehen. Ausgestreckt, nackt, gefesselt und
gezeichnet im Bannfeld der Begierde. Es fragt nach deren
Zukunftswünschen uns sie erzählt, erzählt, um möglichst lange die
Mechanik der vorgegebenen Praktiken zu unterbrechen.
Geduldig hört es zu, beendet den Dialog mit dem Hinweis sie jetzt zu
knebeln, vor allem aus Rücksicht auf die Nachbarn. Es ignoriert lächelnd
ihre ängstlichen Einwände, legt ihr behutsam erklärend einen Knebel an.
Amüsiert beobachte ich die Zärtlichkeit, mit welchen es die Demütigungen
ausführt. Ihr Atem geht etwas heftiger, bis sie sich an das Ungewohnte
gewöhnt hat. Fest pressen sich ihre blassen Lippen um den straff
geführten Knebel, dessen Bänder ihre Wangen zusammenpressen, während es
ihr erklärt wie sie am optimalsten atmen kann, dann bindet es ihr die
Augenbinde wieder um, geht zu den Instrumenten, entscheidet sich für ein
Holzpaddel. Mit zunehmender Heftigkeit beginnt es ihren Schritt zu
tätscheln. Obwohl durch die Fesselung bereits aufs äußerste gespreizt,
versucht sie die Beine noch weiter auseinander zu pressen, da die
Seitenkanten des Paddels schmerzhaft gegen ihre Leisten schlagen. Hell
klingend schaben die Fussschellen gegen das messingene Fussteil.
Verzweifelt zerrt sie an den Seidentüchern, verzieht krampfhaft ihr
Gesicht. Der klatschende Ton des Paddels und das metallene Scheppern
scheinen es zu inspirieren, es verstärkt seine Hiebe auf ihre
Genitalien. Immer schneller, härter, erbarmungsloser, bis es erschöpft
von ihr ablässt. Ich sehe wie sie die Zehen zusammenkrümmt, unter dem
Knebel wimmert, aufgescheuerte Fußgelenke, bitte es, sie zu pflegen,
anders zu binden, damit sie die weitere Behandlung durchhält. Ungerührt
nickt es mir zu, löst die Fussschellen, lässt mich Wundsalbe auf ihre
Gelenke auftragen und ersetzt die Metallfesseln mit textilen
Fixiergurten.
Bewusst grober Unfug. Die schneidende Stimme der Fahrlehrerin. Ihr
zornroter Kopf.
Meine Seele bebt. Ich stelle mir vor, wie sie versucht den Hebel der
Gangschaltung
einzuführen.
Liebesgesichter schlagen gegen die Mauern. Unfähig die richtigen Tore zu
öffnen,
verstärke ich die Mauern mit exzessiven Trinkgelagen.
Mit 220 km/h auf der Autobahn rasend entfliehe ich den pervertierten
Gedanken.
Geistermänner vergnügen sich im Kino mit einer meiner Lieben. Die Horde
testet ihr
vaginales Fassungsvermögen. Scheidenkrampf. Ich reiche ihr zwei Packen
Taschentücher um den Ausfluss aufzufangen. 240 km/h.
Im Bewusstsein vollständiger Ausgeliefertheit, erwartet sie geduldig
seine weiteren Handlungen. Gnadenlos steigert das Fremde die brutalen
Novitäten. Willkürliche Formen zeichnend, fährt es mit Daumen und
Zeigefinger über ihre kleinen Brüste, zentrierend bis zu den zarten
Spitzen, bevor es kurz und heftig zukneift. Ihr Oberkörper bäumt sich
auf. Gutturales Schreien unter der Knebelung. Hektisch schnaubend atmet
sie durch die Nase. Ungerührt fährt es fort, will sukzessive ihren
Körper an die Devotationen gewöhnen, verlängert die Sequenzen seiner
Attacken. Kneift härter. An der Verfärbung seiner Fingernägel erkenne
ich die brutale Heftigkeit. Aufgewühlt bitte ich es um eine
Unterbrechung, hole ein wenig Eis, um es ihr erträglicher zu machen.
Sanft kreise ich mit den schmerzkühlenden Würfeln über ihre durch die
Misshandlung erigierten Brustwarzen, bis mich das Fremde drängt
aufzuhören, mich an die unterzeichneten Dokumente erinnert. Mit
stoischer Gnadenlosigkeit führt es die Behandlung fort, ungerührt ihres
zunehmend schwächer werdenden Widerstands. Gleichmäßiges Hecheln. Die
vom Knebel unterdrückten Laute werden leiser. Der Adamsapfel hüpft nicht
mehr so stark. Allmählich scheint sie es besser zu überwinden. Es
erzählt ihr etwas über Schmerzakklimatisation.
Verbittert schlendere ich durch meine Korbsammlung. Versuche die
beschwingt freudige Stimmung zu eruieren, jeweils vor Empfang des
Korbes. Duft und Ambiente der Treffpunkte. Fragile Hoffnungen vor
entgültigen Enttäuschungen.
Zunehmende Anstrengung zeichnet sich in ihre Züge. Flatternde Lider.
Zuckende Wangenknochen. Die vollen Lippen fest um den Knebel gepresst.
Trotz ihrer anfänglichen Gegenwehr, hat das Fremde ihr schonend aber
konsequent einen überdimensionierten Vibrator eingeführt. Unregelmäßig
aber zunehmend entspannter bebt ihr Becken in ekstasischen Bewegungen.
Offenbar akzeptiert Sie die außergewöhnliche Dehnung. Gelegentlich
drückt das Fremde auf den aus ihr herausragenden Schaft des Geräts, was
sie jeweils veranlasst, mit einem aufmüpfigen Seufzen ihren Unterkörper
tief in die Matratze zu pressen. Die Batterien scheinen dem Ende nahe
und es fordert mich auf, Ersatz zu besorgen.
Eigentherapie. Unbeholfen versuche ich meine Gedankenstränge als Saiten
auf das Seelenspiel aufzuspannen. Soundcheck. Explodierendes Farbenmeer.
Ein Psychagent versucht mit seinem Wissensstock den Takt anzugeben.
Allmählich beginne ich das Musikverständnis des vor mir realdösenden
Publikums zu verstehen. Greife voll in die Saiten, fahre den Verstärker
hoch. Infernale Klangstürme zerfetzen dem Psychagent das Gehör. Hilflos
taktlos wedelt der mit seinem Stock. Höhnende Oktavenstakkatos kitzeln
das Publikum zum Orgasmus.
Ärgerliches Begreifen, als ich mit den Batterien zurückkehre, es wollte
nicht, das ich dabei war. Wollte nicht, dass ich zusehe, mit welch
rigoroser Intensität es sie zunehmend öffnet, weitet. Lächelnd zieht das
Fremde den feucht glänzenden Gummihandschuh aus. Zeigt gebührenden
Respekt für ihr Dehnungsvermögen. Meine Besorgnis zerstreut es mit der
Bemerkung, bei Geburten entstünden ähnliche Relationen. Sie ist wieder
losgebunden und sitzt auf der Bettkante. Glänzende Innenschenkel vom
übermäßigen Gleitmittelverbrauch Etwas verkrampft hält sie mit der einen
Hand die Bauchdecke fest, während sie sich mit der anderen hinten
abstützt. Der Knebel hängt lose um ihren Nacken. Die Matratze ist leicht
benetzt, es riecht nach frischem Urin. Sie konnte sich nicht
zurückhalten. Flüsternd verneint sie seine mitfühlende Nachfrage nach
schmerzlindernden Mitteln und erzählt auf sein Verlangen hin stockend
ihre bisherigen Empfindungen. Fleißig mache ich meine Notizen. Bedauernd
verweigert das Fremde ihren Wunsch nach einer knebelfreien
Weiterbehandlung. Sie scheint an der Brandung zu zerbrechen.
Mit dumpfem Dröhnen rast der dänische Schnellzug durch den Bahnhof. Die
Reisenden aufreizend in den Schlafwagenkojen ausgestellt. Die um Hälse
baumelnden Tickets fordern zu Frivolitäten auf. Lasse mich vom Zug
überrollen, mich von ihm aufsaugen um als Schaffner zu reinkarnieren.
Fiebernd kontrolliere ich die Passagiere, knipse ihre nackten Fahrkarten
durch.
Es rollt das Packen mit den Akkupunkturnadeln neben ihr aus.
Eskalierender Exzess. Willenlos fügt sie sich seinen enthemmten Trieben.
Ihre heftige Reaktion, beim Setzen der ersten Nadel, überrascht das
Fremde. Straff spannen sich die bunten Seidenschale um ihre Handgelenke,
als sie den ersten Einstich spürt, während das Bett unter ihren
hilflosen Abwehrbewegungen quietscht. Irritiert betrachte ich ihre
gestikulierenden Zehen. Die wohlgeformten Waden verkrampfen sich. Wild,
mit fliegenden Haaren schüttelt sie ihren Kopf. Die Augenbinde
verrutscht. Zärtlich versucht das Fremde ihren Widerstand zu brechen.
Zieht sorgfältig die Augenbinde wieder zurecht. Spricht ihr Mut zu.
Pausiert kurz und bestreicht die auserwählten Stellen mit etwas
Betäubungsgel. Inbrünstig bittet es sie stillzuhalten, damit keine
unnötigen Verletzungen entstehen. Während sie sich zunehmend unter der
anästhesierenden Wirkung beruhigt, desinfiziert das Fremde pedantisch
die nächste Nadel. Noch ein kurzes Aufbäumen beim zweiten, behutsam
durchgeführten Einstich, danach beugt sie sich ermattend dem
Unvermeintlichen. Ein gelegentliches Zucken. Vereinzelt ein dumpfes
Aufstöhnen unter der Knebelung. Die gepflegten Fingernägel ihrer
filigranen, langgliedrigen Hände graben sich fest in die Handballen. Das
Fremde arbeitet konzentriert und kreativ an ihr weiter, bemerkt meinen
skeptischen Blick, murmelt das sie es bald überstanden hat, das sie
wirklich gut ist, alles mitmacht, keine Verzögerungen. Der Fahrplan
stimmt, grinsend blickt es zu mir hoch.
Das Foto mit der Kussszene zieht mich Verderben einflüsternd in seinen
Bann. Die kreischende Kreissäge schmerzt in den Ohren. Unvermindert
lächelt mich das Bild an. Holzstaub trocknet meinen Mund. Rasierklingen
schneiden in meine Erinnerung.
Bedrückt stemme ich mich aus dem Fantasiesessel hoch, als es mich
auffordert das Kunstwerk zu betrachten. Es hat ihr Knebel und Augenbinde
abgenommen, lobt sie für die Tapferkeit mit welcher sie die bisherigen
Belastungen verkraftet hat. Ihr angestrengtes Keuchen erfüllt den Raum.
Die kunstvollen Fesselungen sind sehr eng geführt und gewähren ihr
keinerlei Bewegungsraum. Prall und bläulich treten die freigelassenen
Zonen ihres grazilen Körpers hervor. Bunte Metallklammern zieren die
erogensten Punkte. Die fachmännisch angebrachten Nadeln zittern bei
jedem Atemstoss. Ihre Beine bis zur Belastungsgrenze von zwei, an Knie-
und Fußgelenken fixierten, Spreizstangen auseinandergehalten, zwei
Lederbänder teilen straff die Schamlippen, dazwischen gewährt das
effektvoll in die Fesselung integrierte Spekulum einen tiefen Einblick
in ihre Weiblichkeit. Auf meine Intervention hin verzichtete es auf
einen Katheter, sehr zum Bedauern, da es jeweils das ausfließende Nass
mit Sekt und Eiswürfeln aufbereite um mit den Beteiligten auf das Finale
anzustoßen. Dafür besteht es nach Abschluss der Behandlung auf einem
Prinzessin-Albertina-Piercing, der einschneidensten Maßnahme, welches es
bei Frauen durchführt. Die Nabelregion wurde bis zur rasierten Scham
hin, kreativ formiert, mit Wachs ausgegossen. Perfektion bis ins Detail.
Das Fremde hat ihre Finger- und Zehennägel frisch lackiert, passend zum
Farbton der verwendeten Befriedigungsinstrumente. Um seiner Skulptur
einen ästhetischen Rahmen zu geben, hat es eine saubere Decke unter sie
gelegt. Das Blitzlichtgewitter seiner Kamera sorgt für eine skurrile
Beleuchtung. Nach der Beendigung der Aufnahmen, stehen wir schweigend
nebeneinander und betrachten Sie. Für einen Moment glaube ich das
laszive Zucken in ihren Mundwinkeln zu erkennen. Es tritt zu ihr, beugt
sich hinunter, nimmt ihren Kopf zwischen die Hände und beginnt sie zu
küssen. In der Hoffnung baldiger Erlösung, reagiert sie
leidenschaftlich. Während ihre Zungen wild ineinander verschmelzen,
setzte ich mich wieder selbstgefällig in meinen Fantasiesessel.
Auf einer Traumlache ausgleitend verpasse ich die Haltestelle.
Genüsslich trinke ich an der Endstation einen Kaffee. Leben ist
bedeutsamer als funktionieren. Ohne Dings keinen Bums baumelt im
Aids-Freien Raum. Soll es ein Dings anziehen, wenn es in sie eindringt?
Nach und nach wird sie befreit, Spekulum, Lederbänder, Klammern, Nadeln,
Spreizstangen, Wachs, Seile, Gurten, Stöpsel, ungestüm unterbrochen
durch heftige Küsse, welche sie angstvoll, gefügig, erwidert,
schmerzstöhnend während das Blut in die zuvor abgebundenen, abgeklemmten
Körperpartien zurückströmt. Sie ist bereit alles zu tun, hastig befolgt
sie seine Anweisungen, spricht fiebrig die vulgären Worte nach, die es
ihr vorspricht, deren Wiederholung verlangend. Die Szene wird immer
hektischer, stehend, liegend, kauernd, wirbelnd. Heftig tastet es ihren
Körper ab, wirft sie aufs Bett, spreizt ihr die Beine, dringt
unvermittelt, gewaltsam in sie ein. Vergewaltigt sie. Ihre
gekennzeichneten Brüste wippen im rasenden Stakkato im Gleichtakt mit
ihren geröteten, striemenübersäten Pobacken. In panischer Ekstase
unterwirft sie sich seiner schonungslosen Begierde. Ernüchtert ob der
Wahrhaftigkeit bisheriger Gedankenspiele. Lüstern blickt das Fremde auf
sie hinunter. Ihren im Gleichtakt seiner schnellen, harten, kurzen Stöße
schwingenden Körper. Unverhofft bittet sie es inbrünstig um eine Pause,
möchte wieder geknebelt werden. Es erscheint ihr erträglicher, wenn sie
auf den Knebel beißen kann. Pause. Amüsiert knebelt das Fremde sie
erneut, nicht mit der Zärtlichkeit der ersten Knebelung, sondern
rücksichtslos und ungestüm. Ihr Kopf ruckt hin und her. Wimmernd lässt
sie es geschehen, bevor es wieder ruckartig in sie eindringt, mit der
stolzen Gewissheit, sie zu einem willenlosen Subjekt seiner Begierde
degradiert zu haben. Plötzlich verharrt es, krallt seine Hände tief in
ihre Hüften, bäumt auf. Es erfolgt ein mehrmaliges ungezügeltes
Nachstoßen, dass sie, trotz der Knebelung, heiser aufschreien lässt.
Hemmungslos und unkontrolliert fließt das Fremde in sie hinein. Meine
Gedanken schweifen zu dem baumelnden Stop-Aids-Plakat.
Flimmernde Wüste. Ungestüm ziehe ich die Maschine in einer steilen
Linkskurve nach oben. Kurz blinkt mir ALERT entgegen. Luzifer spricht
erotisierende Gebete und hält sie auf den Armen. Platze mit zweifacher
Schallgeschwindigkeit mitten in die Hölle. Feuerschwaden schlagen mir
entgegen, wirbeln bläulichgelb um die Flügel. Unzählige G's pressen
meine Herzimpulse in den Sitz. Unmöglich, Empfindungen in mein Denken zu
pumpen. Mit dem Bug rase ich in den ungläubigen Mund des Höllenfürsten,
spieße ihn auf und drehe mit seiner sich zerfleddernden Andersartigkeit
einen eleganten Looping durch das seelenverdampfende Reich. Der rettende
Schleudersitz katapultiert mich mit dem besten Sex der Geschichte durch
den Schlot der Unterwelt gegen den sternenfunkelnden Nachthimmel. Das
beruhigende Flattern des niederschwebenden Fallschirms in den Ohren,
schwebe ich sachte zu Boden.
Endzeitstimmung. Das Fremde befindet sich in der Schlussphase.
Ausgestreckt, von allem befreit, nur noch an Händen und Füssen
gefesselt, gibt sie sich widerstandslos seiner ultimativen Handlung hin,
der Markierung ihrer Geschlechtsmerkmale mit seinen Kennzeichen. Zwei
Ringe sind vorbereitet, ein kleinerer und ein größerer. Schön
gearbeitet, mattiert und mit seinem Namen versehen. Es betupft ihre
linke Brustspitze mit einem Anästhesiemittel, fixiert nach kurzer
Einwirkzeit die Brustwarze mit einer Klemme, bevor es geschickt die
Kanüle für das Piercing durch den Warzenhof treibt. Etwas Blut tritt
seitlich des Nippels aus, als es die Kanüle wieder rauszieht. Flink
zieht es den kleineren der beiden Ringe durch die entstandene Öffnung
und justiert ihn. Nach sorgfältiger Desinfektion der perforierten
Stelle, tätschelt es ihr liebevoll auf den Brustansatz. Erleichtertes
Ausatmen, ihr verkrampfter Körper entspannt sich. Erschöpfungszustand.
Letzte Zwischenstation.
Unbarmherzig zerrt mich das Fremde aus meinem Sessel, reißt mir die
gewohnte Kleidung vom Leib und verlangt mitleidlos ihre ultimative
Demütigung von mir. Leidenschaftslos und völlig erschöpft liegt sie
unter mir. Losgebunden. Ihre Hand umfasst mich, das Fremde will, dass
sie es selber einführt. Leises Wimmern während sie zaghaft das
Geforderte ausführt. Es vergeht eine geraume Weile, bis ich kitzelnd
ihre rasierte Scham an meiner Bauchdecke fühle, die Schwellungen seiner
, nein, unserer voyeuristischen Passionen fühlend. Ehemals glänzende
Augen sehen apathisch durch mich hindurch. Beim Eindringen umschließt
mich die nasswarme Ejakulation des Fremden in ihr. Zärtlich fahre ich
mit den Händen über ihren strapazierten, schweißgebadeten Körper.
Erschrocken zuckt sie zurück, als ich mit dem Zeigefinger tastend über
ihr Brustpiercing gleite. Das Fremde lacht. Verlangt letzte triebhafte
Rigorositäten, will uns erbarmungslos die finalen Grenzen unseres
pervertierten Denkens aufzeigen. Willenlos folgen wir seinen ungezähmten
Ausschweifungen, treiben uns in immer neueren Variationen an nie erahnte
Dimensionen der Belastbarkeit bis es Nachsicht und Erbarmen zeigt und
uns in der Brandung unsäglicher Emotionen stranden lässt.
Seelenbrandung. Bewusstseinsgetrübt verfolge ich das Fremde, wie es
hingebungsvoll mit der Vorbereitung zur finalen Markierung beginnt. Das
Prinzessin-Albertina-Piercing. Ohne Betäubung. Es findet, dass ihr
Körper diesen ultimativen Lustschmerz ertragen sollte. Es streift ihr
zwei spezielle Gummibänder über die Oberschenkel um die Schamlippen
offen zu halten. Tranceartig nehme ich wahr, wie sie sich letztmals
widerstandslos fesseln lässt, ihre Schenkel mit der eingesetzten
Spreizstange auseinander gespannt werden, höre mit geschlossenen Augen
ihr gelegentliches, unterdrücktes Stöhnen, während es mit der
Durchführung beginnt, beginnt, mit einem schmalen Gummistäbchen ihre
Harnröhre zu öffnen, schonend zu dehnen. Ich nutze den kleinen Freiraum
ihrer Fesselung und halte ihre Hand, dankbar umklammert sie die meine,
manchmal heftig pressend, während es mit der Kanüle sachte die
optimalste Einstichstelle abtastet. Schmerzgepeinigtes Aufschreien, als
es sie knapp hinter dem Harnröhrenausgang zur Vaginalöffnung hin
durchsticht, kurz mit der Venenverweilkanüle ausdehnt. Wimmernd krallt
sie ihre Hand in meinen Unterarm, hektisches Hecheln, unterbrochen durch
panische Bitte-Bitte-Bitte-Rufe. Ihres Leidens bewusst, hält es
beharrlich die Kanüle fest, spricht ihr Trost zu, aufmunternde Worte.
Krampfhaft versucht sie ihren Unterkörper stillzuhalten, jede Bewegung
vergrößert das Martyrium. Endlich zieht er die Venenverweilkanüle raus,
ihr Griff lockert sich. Danke, haucht sie mit geschlossenen Augen. Ab
und zu ein kurzes Zusammenfahren, während er ihr den zweiten, ungleich
größeren, Ring einsetzt und damit seinen Anspruch in ihre Genitalien
implantiert. Es dauert eine geraume Zeit bis es sich aufrichtet und
zufrieden sein Werk betrachtet. Bedächtig bindet es sie los, entfernt
Spreizstange und Gummibänder. Erschöpft bleibt sie liegen,
schweißglänzend, presst matt ihre Hände zwischen die Beine. Geschlossene
Augen, fliegender Atem. Die Tortur ist ausgestanden, die Reise zu Ende.
Nach einer Weile sieht sie zur Spiegelwand, betrachtet ihren Körper,
wendet den Kopf, blickt demütig zum Fremden, ihren hingebungsvollen aber
gnadenlosen Reisebegleiter, welcher zufrieden summend die martialischen
Befriedigungsinstrumente säubert und sorgfältig verpackt.
Der Fallschirm verheddert sich in den Geistermauern. Leise implodiert
der Palast, die Trinkgelage fließen zusammen mit den Tränen und Onanien
als trübes Rinnsal über den schwarzsamtenen Seelenboden.
Teetrinkend sitzen wir in der Küche und besprechen das weitere Vorgehen.
Sie lehnt mit offenem Morgenmantel am Herd, hat noch Mühe mit Sitzen,
presst kühlende Kompressen gegen ihre Brüste. Etwas verlegen nimmt sie
die Anerkennung des Fremden entgegen, das vergnügt ihren Körper
betrachtet, mich darauf hinweist, dass die Abheilung der
Genitalmarkierung circa 2–3 Wochen benötigt. Sie soll während dieser
Zeit keinen Geschlechtsverkehr praktizieren. Gelegentlich kann es zu
Harnwegsinfekten und zur Blasenentzündung kommen, da die Harnröhre der
Frau ziemlich kurz ist. Diese Art Piercing wird bei Frauen sehr selten
eingesetzt, wird es aber von ihr vertragen, ist die Stimulanz groß,
eventuell ist später ein größerer Ring einzusetzen. Ich blicke auf ihren
enthaarten, leicht aufgeschwollenen Schoss, auf den sichtbaren Teil des
Ringes, der zwischen ihren Schamlippen schimmert. Das
Prinzessin-Albertina-Piercing. Sie wechselt die Kompressen, gibt die
Sicht frei auf ihre linke Brust. Mein Blick wechselt zwischen den
Ringen, Gedanken an Eheringe, vielleicht ist dies die alternative
Variante, Anspruchsringe. Es ist angezogen, wirkt sachlich,
geschäftlich, diskutiert Möglichkeiten zu ihrer weiteren Verwendung, ist
bereit in sie zu investieren. Es findet ihre Schamlippen zu ausgeprägt,
die Brüste, in Relation zur Größe, zu weich. Eine Straffung wird sie
zwar noch weiter verkleinern, aber kleine, feste Brüste sind momentan in
der Szene aktuell. Die Kosten für chirurgische Korrekturen im
Intimbereich und Straffungen an den neuralgischen Stellen würde es
übernehmen. Es will dafür unsere schriftliche Zusicherung zu ihrem
weiteren Gebrauch für die nächsten zwei Jahre. Danach könnten wir neu
verhandeln. Es bezahlt uns eine fixe Jahressumme, will dafür das volle
Nutzungsrecht und örtlich und zeitlich uneingeschränkt über sie
verfügen. Auf meine Einwände bezüglich Kinder, Familienleben und Ferien
geht es nicht ein. Falls es sie optimal in der Szene platzieren kann,
ist auch mit längeren Abwesenheiten ihrerseits zu rechnen, wegen den
Kindern ist das sicher mit den Grosseltern zu arrangieren. Familienleben
bleibt größtenteils intakt, seine Klientel, vorwiegend gutsituierte,
reifere Menschen, bevorzugt verheiratete Mütter, dadurch ergeben sich
selten sozialen Beziehungsprobleme. Es blickt auf ihren jugendlich
scheinendenKörper, fragt, ob es ihr Mühe bereite, mit deutlich Älteren
zu praktizieren. Sie verneint zaghaft, es meint, sie werde daran gewöhnt
werden. Ferien sind so zu organisieren, dass sie in die Zeit nach einer
Extremsitzung fallen, um entstandene Behandlungsspuren zu kurieren.
Weitere Fragen wie Krankheiten und Monatsregel scheinen es zu amüsieren.
Monatsregel sei als Vorteil zu werten, da habe es spezielle
Interessenten. Krankheiten müssen individuell beurteilt werden, sowieso
werde sie periodisch von einem Arzt seiner Wahl auf allgemeinen Zustand
und Geschlechtskrankheiten untersucht, da sämtlicher Verkehr ohne Gummi
stattfindet. Alle Teilnehmer sind getestet. Schmunzelnd fügt es hinzu,
eine allfällige Schwangerschaft werde nicht als Krankheit betrachtet,
diesbezüglich verfüge es über genügend Kundschaft um sie bis kurz vor
Niederkunft zu gebrauchen. Ich blicke sie an. Sie nickt.
Unbemerkt zünde ich die lange Lunte an seinem Phallus an, springe hoch
und laufe, sie mitreißend, aus der Küche. Perplex schaut das Fremde uns
nach, bevor eine epochale Explosion das universale Fantasmum zerstört.
Die schrillen Feuerwehrsirenen schmerzen in meinen Ohren. Schweißgebadet
öffne ich meine verklebten Augen. Erblicke das schrill klingelnde
Telefon auf dem Ecktisch des Ruheraums. Verschlafen und verstört sehe
ich auf die Liege neben mir, mit dem zerknüllten weißen Bademantel
darauf. Höre im Hintergrund die Dusche und ihre helle Stimme, „Gehst du
mal ran?“ Das Telefon verstummt. Konsterniert gehe ich ins
nebenanliegende Büro, sehe auf das Bild mit dem See, auf der hellblauen
Wand hinter dem Schreibtisch. Ich denke an Mutter, den Tod des
Kunstmalers. Gedankenverloren gehe ich zum Schreibtisch, logge meinen
Geist in den PC ein. Werde von Funktionsfähigkeit durchflutet. Die
täglichen Stressfaktoren ergreifen Besitz von mir. Elektrogift
durchspült mein Denken. Ein leerer Fahrplan erscheint auf dem
Bildschirm.
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