|
Die Erkenntnis zu haben
Dass ich ohne Freundin war
Erfreute sie und hielt sie
Noch weniger davon ab
Mir schöne Augen zu machen
Und immer nach mir zu schreien
Wenn ich mich nicht in ihrer Nähe aufhielt
Ich weiß nicht wieso
Sie sich für mich entschied
Es waren so viele
Junge Männer unterwegs
Die sie hätte wählen können
Doch sie blieb stur
Und gab sich mit dem zufrieden
Was ich ihr bat
Keine Frage
Ich mochte sie auch sehr
Und genoss die Minuten und Stunden
Die wir miteinander verbrachten
Wenn wir gemeinsam aßen
Oder eine Schippe Kaffe tranken
Und uns dazu über Gott und
Die Welt unterhielten
Nur einmal brachte sie mich aus der Fassung
Als sie mich eines Tages fragte
Ob ich sie heiraten würde
Und zusammen mit ihr
Ein Haus beziehen würde
Dass schon abgezahlt war
Und im Grünviertel vom Sauerland lag
Ich hab keine Ahnung
Wie vielen Männern sie schon
Dieses Angebot machte
Doch trotz der Verlockung
Blieb ich standhaft
Und lehnte dankend ab
Sie war mir nicht Böse
Ganz im Gegenteil
Sie genoss jede freie Minute mit mir
Auch als ich sie im Krankenhaus besuchte
Um ihr frische Wäsche zu bringen
Dabei ihre Hand hielt
Und ihr gut zuredete
Am nächsten Tag erfuhr ich
Dass sie über Nacht gestorben war
Eine Lungenembolie hatte sie niedergestreckt
Doch all das blieb nicht aus
Schließlich war es kein Freudenhaus
In dem ich arbeitete
Sondern ein stinknormales
Altenheim
|