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Ich hab in letzter Zeit Probleme mit meinen Augen. Sie tränen, Schleier
überziehen das rechte der beiden, wo besonders am Morgen auch so gelbes Zeug
austritt.
Vielleicht liegt’s an der Brille oder an den 60 Jahren, die ich auf’m Buckel
hab. Egal.
Unlängst sitz’ ich in dem Lokal an der Ecke, der Ober im verschwitzen grünen
Hemd mit der schwarzen Lederschürze bringt mir das erste Bier und die Karte.
Ich blättere zu den Steaks auf der vorletzten Seite, da zieht sich von oben
her ein heller Schleier über mein rechtes Auge. Blitzschnell.
Der Schreck fährt mir in die Hose, mein Hirn rast: ist er jetzt da, der
Star? Erblinde ich von einem Moment auf den anderen?
Ich reiß mir die Brille runter, dass fast ein Ohr am Bügel hängen bleibt.
Und aus dem Zwischenraum zwischen Auge und Brillenglas schwebt er davon: der
Samen eines Löwenzahns mit seinen vielen hauchdünnen sternförmig
angeordneten Strahlen, in dessen Zentrum eine winzige Spinne sitzen soll.
Das hab’ ich zumindest jahrelang meinen Schülern erzählt, wenn in Biologie
wieder mal die Rede auf den Löwenzahn kam.
Das T-Bone mit der Pfeffersoße und den Bratkartoffeln schmeckt dann noch
ausgezeichnet.
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