Fuerteventura

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Reisen

Im Sommer 1999 besuchen wir dann auch noch zu viert die zweitgrößte Kanareninsel Fuerteventura. Lanzarote kennen wir ja schon von mehreren Besuchen, so sind wir auf die wesentlich größere Nachbarinsel wirklich sehr gespannt. 

Im Reiseführer "Fuerteventura" kann man lesen: Endlose, goldgelbe, großenteils Natur belassene Strände sind das unverwechselbare Markenzeichen der Insel des ewigen Sommers. In ihrer wüstenhaften Landschaft spürt man die Nähe Afrikas, doch der Lebensrhythmus der Menschen ist von spanischen Sitten und Gebräuchen geprägt.
Ganzjährig milde Temperaturen und sehr wenig Regen garantieren Badespaß und Erholung total, auch die Vielfalt der Strände ist kaum zu überbieten: Man hat die Qual der Wahl zwischen einsamen, wilden "Playas", hinter denen sich stille Dünenfelder erstrecken, und denen der Ferienorte, wo man Sonnenliegen und Sonnenschirme mietet, am Küstensaum auf und ab promeniert und wo dem Urlauber Sportmöglichkeiten und Unterhaltung aller Art geboten werden.
Wir erreichen unser Hotel - das LTI Esquinzo Beach - das an der Südostspitze der Insel - eigentlich auf der Halbinsel Jandia - liegt,  mit dem Bus in etwa 90 Minuten. Es ist eine wirklich großzügige Anlage mit traumhaften Apartments und herrlichen Zimmern. Wir haben zwei durch eine Tür miteinander verbundene Apartments gewählt und sehen jetzt, dass wir locker noch zwei bis drei Kinder mehr hätten mitnehmen können. So geräumig ist hier die Unterkunft.
Zum weißen - fast immer menschenleeren - Strand geht es die doch recht steile Küste über schwarze Brocken und Geröll hinunter. Nach rund zehn Minuten kann man die Zehenspitzen endlich ins Meer tauchen.
Wem das zu lange dauert, der findet Entspannung und Abkühlung an zwei riesigen Pools, von denen einer den Kindern vorbehalten und mit einer lustigen Wasserrutsche ausgestattet ist. Der Pool wird von unseren Kindern natürlich sofort in Beschlag genommen.
Durch einen alten Torbogen gelangen wir dann schließlich hinunter ans Meer. Die weißen Sandstrände erscheinen wie eine Miniaturausgabe der Sahara, als hätte der Wind sie direkt aus Afrika herübergeweht. Bei dem ununterbrochen wehenden Wind unterschätzt man die Kraft der Sonne sehr leicht und kann sich in kürzester Zeit einen bösen Sonnenbrand holen. Ist mir voriges Jahr in Lanzarote so ergangen, als ich am Strang eingeschlafen bin.
Aber Mama passt auf unseren Klausi ja ganz genau auf und salbt ihn hier vom Scheitel bis zur Sohle mit Sonnenmilch - Filterfaktor 20. Das sollte reichen!
Inzwischen stapfen Kathi und ich den Strand entlang und lassen von jeder neu anrollende Welle unsere Zehen duschen. Da kennen wir keine Angst! 
Und hier kommt Andrea endlich auch einmal im Jahr dazu etwas für sich selbst zu tun. Wann sieht man sie sonst so entspannt und faul sich in einer Liege räkeln und ein interessantes Buch lesen?
Kathi hat bald ihre Vorliebe für den wirklich geräumigen und äußerst gepflegten Swimmingpool des Hotels entdeckt. Meist ist er nur von ganz wenigen Urlaubern - meist Deutschen - besucht.
Jeden Tag halten wir uns viele Stunden an den umliegenden Stränden auf. Hier im Süden der Insel, wo Shopping und Unterhaltung noch nicht so groß geschrieben werden wie in Corralejo im Norden, ist man unter sich, ungestört und ein wenig an seine Hotelanlage gebunden. Wenn man das möchte, ist man hier bestens aufgehoben. Dafür hat man nachts keinen Lärm und am Tag keine endlosen Touristenströme, die durch irgend eine Altstadt drängeln. Es gibt hier nämlich keine Altstadt. Die alten Städte der Ureinwohner - der "Majoreros" - befinden sich alle im Landesinneren, wohin sich kaum je ein Badetourist verirrt.
Dafür sind die Strände auch viel zu schön und so weitläufig, das man kaum auf andere Menschen stößt. Natur pur ist hier an vielen Plätzen noch tatsächlich die Devise. Aber niemand weiß heute, wie lange das noch so bleiben wird. Schon hört man, dass tüchtige Geschäftsleute und Bodenspekulanten die Zahl der Gästebetten in den nächsten zehn Jahren verfünffachen wollen. Wenn das geschieht, dann kann man Fuerteventura als Erholungssuchender sicher nicht mehr besuchen. Doch der Umweltschutz hat von der Sache Wind bekommen und rebelliert schon kräftig - und wie es scheint mit Erfolg - gegen diese wahnwitzigen Bestrebungen.
Die Bilder sind nicht gestellt. Solche riesigen Strände mit kaum einem Menschen gibt es hier noch an sehr vielen Orten.
Die meisten Hotelgäste bleiben in ihren Anlagen, liegen an den Rändern der Pools und pendeln zwischen Bar und Wasser hin und her. Auch die Animateure haben hier Hochbetrieb. Sie sind ununterbrochen bemüht und laden alle paar Stunden zu mancherlei Abwechslung, Sport und Unterhaltung ein.
Gottlob haben wir das noch nicht nötig. Wir haben unsere Kinder mit - die sorgen schon für ausreichend Abwechslung. Besonders Kathi nähert sich mit Lichtgeschwindigkeit dem "Jungdamenalter" - hier hat sie sich besonders fein herausgeputzt!
Mama und Klausi sind nur für dieses Foto so "faul". Ansonsten springen sie am Strand umher oder sind stundenlang nicht aus dem Wasser zu bekommen.
So vergeht die Zeit wie immer im Urlaub wie im Flug. Trotz des Schwimmens und der Bewegung im Wasser und in der frischen Luft haben wir alle sich ein wenig Gewicht zugelegt. Das liegt an den köstlichen Mahlzeiten und dem stets überreichen Büffet. Andrea spricht schon jetzt von der Abmagerungskur, die für den Herbst angesagt ist. Na, bis dahin sind gottlob noch ein paar Wochen!
Und dann sitzen wir auch schon wieder im Flugzeug - diesmal fliegen wir mit Lauda-Air - und sehen auf den Monitoren, wie zuerst Fuerteventura, und gleich darauf auch Lanzarote unter uns verschwinden. 

Sollte ich eine Wahl zwischen Lanzarote und Fuerteventura treffen müssen, ich wäre glatt überfordert. Ruhigeres Leben, längere Strände, weniger Verkehr und weniger Hektik: das alles spricht für Fuerteventura. Mehr Kunst und Kultur, bessere Infrastruktur, mehr Möglichkeiten für Ausflüge mit dem Leihwagen etwa in Lavagebiete: das wiederum spricht für Lanzarote. 

Auf jeden Fall: Für einen Besuch sind die Kanaren immer ein lohnendes Ziel!

Hier kommen Sie zurück zur Auswahl und können mit mir ein anderes Reiseziel ansteuern oder Sie lesen andere Berichte im Internet über Fuerteventura und die Kanaren.
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