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In Mexiko sollte man mit VITAMINEN reichlich eingedeckt sein! |
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Die größte Stadt der Erde, "la Ciudad de México", hat zur Zeit meines zweiten Besuches (1998) geschätzte 23 Mio. Einwohner. Sie ist durch und durch ein Chaos, sie ist unmenschlich laut und dreckig, sie ist der Wahnsinn! Und dennoch kann man sich als Besucher diesem Wahnsinn nicht entziehen. Und das ist gut so! Denn um das Land und die Stadt zu erfühlen, muss man seine bisher gemachten Erfahrungen über Bord werfen; noch besser: man lässt sie vor der Abreise schon zu Hause! Meine Frau und ich tun dies. |
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Wir steigen in einem Hotel außerhalb der Hauptstadt, etwa 50 km nördlich von Mexico City ab. |
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Wir haben eine hervorragende Wahl getroffen - der Pool gehört fast immer uns alleine. |
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Und die Ausgrabungen von Teotihuacàn erreichen wir zu Fuß in 10 Minuten. |
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Unser Hauptziel ist zwar nicht die Metropole, dennoch verweilen wir ein paar Tage in der City um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten "mitzunehmen". Zócalo und die Kathedrale Metropolitana sind Fixpunkte. |
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Die Kathedrale, die mehrere unvorstellbar wertvolle vergoldete Altäre beherbergt, senkt sich bereits bedenklich in den weichen Untergrund und ist im Inneren durch Tausende Stahlstützen gesichert. Dennoch erfolgt das Betreten auf eigene Gefahr. Aber: Was geschieht schon nicht auf eigene Gefahr? |
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Daneben beherbergt die City eine Unzahl von weiteren Kirchen und Kapellen. |
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Am Sonntag ist ganz Mexico City auf den Beinen und besucht Parks und Museen. |
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Auch einen Blick in das historische Hauptpostamt der Stadt werfen wir. |
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Die modernen Stadtteile sind hässlich, der Verkehr ein Wahnsinn und die Luft ungefähr so schlecht wie in Athen. Taxis sind billig und sehr zahlreich vorhanden. Zu 99 Prozent sind es grüne VW-Käfer, bei denen der Beifahrersitz herausgerissen wurde. |
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Das 1964 eröffnete Museo Nacional de Antropologica ist ebenfalls sehenswert, modern und gut bestückt. Es wird nicht nur von Touristen häufig frequentiert, Zu jeder Tageszeit tummeln sich auch zahlreichen Kinder- und Schülergruppen auf der weitläufigen Anlage. |
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Und für Wasserspiele und Springbrunnen aller Art hat man in dieser Stadt sehr viel übrig, wenngleich die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung von Mexiko City ein riesiges Problem darstellt. |
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In diesem Museum kann man auch den berühmten Kalenderstein der Azteken bewundern, von dem es unzählige Repliken in allen Größen und Ausführungen als Souvenir zu kaufen gibt. |
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Das Original ist ein 24 Tonnen schwerer Basaltmonolith mit einem Durchmesser von 3,35m. |
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Auch wir erstehen so ein Ding, aber nicht in Mexiko City, sondern später dann an unserem eigentlichen Zielort Teotihuacàn. |
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Unser Weg durch die Museumsanlage führt uns noch an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei. Es ist halt wie in allen Museen dieser Erde: Man müsste viel länger Zeit haben! |
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Diese Wand ist nur ein Teil jenes Tempels, der in den Urwäldern ausgegraben und hier im Museum detailgetreu nachgebaut wurde. |
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Im Inneren dann hinter Glas ein hervorragend präpariertes Hockergrab. |
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Auf unserem Weg durch die Stadt kommen wir immer wieder an Kirchen vorbei. |
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Auf der Plaza Santo Domingo logieren wochentags unter den Arkaden unzählige "fliegende Schreiber", die mit ihren klapprigen Schreibmaschinen ihre Dienste anbieten. Zahlreiche Minidruckereien in den Ladengeschäften der Arkaden bieten Visitkarten und ähnliches an. |
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Des Lesens unkundige Einwohner - und ihre Anzahl liegt in Mexiko erschreckend hoch - können hier gegen Entgelt Briefe verfassen, schreiben und vorlesen lassen. Bei jedem der kleinen Tischchen sitzt ein "Gebildeter", der lesen und schreiben kann. |
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Es war ein grober Fehler, an diesem Tag auch noch Xochimilco, das Venedig von Mexiko, besuchen zu wollen. Ohne unseren Stadtplan genauer zu studieren nahmen wir am Nachmittag ein Taxi und ersuchten den Fahrer uns doch dorthin zu fahren. |
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Sicherheitshalber fragte der Bursche zweimal nach, dann gab er Gas und eine verrückte Reise begann. Wir hatten uns in der Entfernung und / oder im Maßstab der Karte gehörig verschätzt. Nach einer Stunde Taxifahrt brausten wir noch immer über Land, doch der Fahrer beteuerte immer wieder, dass wir bald am Ziel wären. |
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Leider dunkelte es bereits bei unserer Ankunft. Wir bezahlten den Fahrer, der mit dem Geld sicher 4 Wochen Urlaub machen konnte und wollten die riesige Anlage besichtigen. Doch der Abend brach herein, und alles war bereits geschlossen. Auch kein Taxi für die Rückfahrt weit und breit. |
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Mit viel Glück erreichten wir den letzten Bus, der vom Süden her Mexiko City ansteuerte. Dort angekommen sprangen wir in den wiederum letzen Bus nach Teotihuacan, wo sich unser Hotel befand, und wähnten uns gerettet. Leider stoppte der Fahrer mitten auf dem Land bei einer Hähnchenbraterei, holte sich einen Vogel an Bord und teilte uns beiden letzten Fahrgästen mit, dass er heute hier Endstation machte und wir aussteigen sollten. Mitten in der Nacht in den Steppen Mexikos eine Fahrtgelegenheit zu finden ist ein Kunststück. Irgendwie brachten wir dieses Kunststück zuwege. |
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Wir besuchten noch viele kleine und größere Städte Zentralmexikos und waren von ihrer Lebendigkeit und Buntheit überrascht und verzaubert. Cuernavaca, Taxco und Toluca waren einige von ihnen. |
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Aber auch unzählige arme Viertel, Dorfplätze und Märkte haben wir besucht. Die Menschen sahen zwar oft Furcht erregend aus, geschehen ist uns nie etwas. |
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Nur einmal, als wir uns mit unserem Mietauto in den Slums verirrt hatten, wurde es brenzlig, als man meine Kamera sah. Ich ließ sie schnell unter den Sitz gleiten, was die Situation sofort bereinigte. Und es wurde auch viel und aufdringlich gebettelt. Daran mussten wir uns erst gewöhnen. |
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Auch U-Bahn fahren ist völlig gefahrlos. Meine Frau und ich fuhren zu den Stoßzeiten mit der U-Bahn und wurden nie belästigt. Alles klappte vorzüglich, auch mit der Beschilderung kamen wir sofort klar. |
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Etwa 50 km nördlich der Hauptstadt Mexico City lag dann unser eigentliches Urlaubsziel: Ein kleines, verstecktes Hotel unweit der uralten Pyramidenstadt Teotihuacàn. Das Gelände dort ist sehr weitläufig und man braucht mehrere Tage um es abzugehen. Wir hatten Zeit genug! |
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Hier entspannten wir uns von den Strapazen der letzten Tage und den vielen Fußmärschen, denn morgen sollte es auf die Pyramiden hinauf gehen. Gottlob hatte das Hotel einen hervorragenden Pool! |
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Die schnurgerade "Via Sacra", die fälschlich auch "Straße der Toten" genannt wird, ist 2 km lang. Hier schweift unser Blick von der "Mondpyramide" nach Süden, wo man links im Hintergrund die 20m höhere "Sonnenpyramide" erkennt. |
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Um die gesamte Anlage führt eine Ringstraße, die alle 4 Tore miteinander verbindet. Zwei große und viele kleine Pyramiden und Bauwerke kann man hier besteigen und besichtigen. |
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Die Anlage ist so gewaltig, dass wir sie im Lauf unseres Urlaubs mindesten fünfmal besuchten. |
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Auch ich nehme die Anstrengung auf mich und besteige sowohl die Sonnen- als auch die Mondpyramide. |
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Erst wenn man sich durch die vielfältige Literatur der Gegend hier schlau macht, bekommt man ein wenig Einblick in den hiesige Kultur, die stark vom Umgang mit dem Tod geprägt ist. Dieser stellt für die Mexikaner kein Tabu dar. Sie spielen mit ihm, sie machen sich über ihn lustig, und zu Allerseelen verspeisen sie ihn als Zuckerwerk. |
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Und immer wieder stößt man hier natürlich auf Andenkenbuden, Händler und Imbissbuden. Öffentliche WC's sind schauderhaft. Man erledigt sein Geschäft besser im Hotel. |
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Hier einer der tollsten Blicke auf die Sonnenpyramide. Eine Wand des Museums auf dem Gelände wurde komplett aus Glas errichtet. Durch diese Wand sieht man das Bauwerk, das man unbedingt besteigen sollte! |
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Doch wir selbst beginnen vorsichtig und sehen uns erst einmal die kleineren Brocken an. Alle Mauern hier weisen die typische Eigenart auf, dass man in die Fugen zwischen den großen Steinen, kleine dunkle Steine eingebettet hat. Daran lässt sich die Kultur zeitlich eindeutig zuordnen. |
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Hier besichtigen wir die Schlangenkopfpyramide des Quetzalcoatl. Ihre Kanten und Ränder sind mit riesigen Schlangenköpfen verziert. |
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Noch ein Schluck zur Stärkung, dann startet Andrea heute im Laufschritt auf den Gipfel. |
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Die Kamera kommt hier pausenlos zum Einsatz. So viele Motive und tolle Anblicke bieten sich dem europäischen Auge nicht immer! |
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Gigantisch die vielen verschiedenen Schlangenköpfe, von denen jeder mehrere Tonnen wiegt. |
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Auch zahllose Wandmalereien, Reliefs und Fundgegenstände zieren die teils unterirdischen Höhlen und Grabkammern. |
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Dann wagen wir nochmals den Aufstieg auf die größere der beiden Pyramiden hier: die Sonnenpyramide. Sie überragt die kleinere Mondpyramide um einige Meter. |
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Ich war zweimal oben auf der kleinen Plattform, meine Frau machte sich einen Sport daraus und nahm am letzten Tag unseres Urlaubs die Pyramide bereits im Laufschritt. Na ja, die Jugend! |
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Unmittelbar vor unserem Hotel wuchsen die Agaven in "Wäldern" wild. Aus ihnen wird bekanntlich der Tequila hergestellt. Er schmeckte uns einfach köstlich, sodass wir uns vornahmen, ihm auch daheim ab und zu kräftig zuzusprechen. Daraus ist leider nichts geworden: Daheim schmecken die Dinge einfach anders. Es fehlen ganz das Flair, die Luft und die Stimmung. |
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Und mit diesem Sonnenuntergang wollen wir uns von Mexiko - einem vorzüglichen Urlaubsland - vorläufig verabschieden. Wir kommen aber sicher wieder! Hier endet mein Bericht über Mexiko, aber Sie können mit mir auch gleich ein anderes meiner beliebten Reiseziele ansteuern. |
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In Mexiko sollte man mit VITAMINEN reichlich eingedeckt sein! |