Normandie 2002 /03

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Endlich geht's wieder einmal nach Frankreich. Wird auch schon langsam Zeit! Wir fliegen von Wien über Lyon weiter nach Caen, wo wir uns ein Auto nehmen und die Küste nach Norden abfahren. Nichts ist gebucht, nichts vorbestellt, so trifft es uns auch nicht besonders hart, dass wir wegen Vereisungen an der Maschine den Anschlussflug von Lyon nach Caen verpassen. Air France besorgt uns blitzschnell ein nettes Zimmer und ein gutes Abendessen. Dabei lernen wir 3 nette Burschen kennen, die ebenfalls ihre Flieger verpassen und mit uns im gleichen Hotel untergebracht werden.

Die der Seinemündung am nächsten gelegene Brücke ist der "Pont du Normandie", die wir dann am nächsten Morgen mit unserem frisch gemieteten Ford Mondeo ansteuern.

Dies ist die Brücke über den Kanal von Le Havre, die technische Meisterleistung sieht man jedoch schon von weitem.

Die Brücke ist wirklich umwerfend, wenn man sie das erste Mal sieht. Ich habe die Seine an dieser Stelle schon mehrmals überquert und bin immer noch von der Kühnheit und Steilheit dieses Bauwerks beeindruckt.

In Etretat angekommen, haben wir großes Glück. Im direkt am Strand gelegenen Hotel "Corsaire" ist das beste Zimmer gerade noch frei. Es liegt im zweiten Stock und verfügt über einen Balkon, der direkt aufs Meer hinausschaut.

Hier die wichtigsten Aussichtspunkte und Naturschönheiten der kleinen Küstenstadt auf einem Blick: "Manneporte" ist ein aus dem Kreidefelsen in Jahrmillionen heraus gewaschenes Riesentor. "Falaise d'Aval" ist jener Felsen, der einem überdimensionalen Elefantenrüssel gleicht und der schon von vielen Künstlern - unter ihnen Monet - mehrfach gemalt wurde. "Falaise d'Amont" ist die nördliche Begrenzung der Bucht - dort stehen auch ein Museum und eine Gedächtniskirche.

Hier also die oben erwähnte "Falaise d'Aval" mit einer Höhe von 85 m. Die Felsen hier sind alle sehr stark "verbunkert" - Kein Wunder, rechnete man ja im Zweiten Weltkrieg hier mit der Invasion der Alliierten, die dann etliche Kilometer südlich tatsächlich stattfand.

Am Plateau der "Falaise d'Aval" hat man eine 18 Loch-Golfanlage errichtet, die das ganze Jahr über bespielbar ist.

Vom Fuß der "Falaise d'Aval" hat man einen herrlichen Rundblick über die gesamte Bucht von Etretat bis hinüber zur "Falaise d'Amont" mit dem Kirchlein.

Die Gegend ist gut beschildert. Tourismusinformation und Routen sind gut erkennbar und leicht nachzuvollziehen.

Auf diesem und dem folgenden Bild sieht man sehr deutlich, was die Kraft des Wassers in Jahrmillionen an gewachsenem Fels anrichten kann.

Auch die in den verschiedenen Zeitaltern unterschiedlichen Wasserstände des Meeres haben sich deutlich in den Felsen eingegraben. 

Andrea mit ihren "Meeresfrüchten", die durch die zahlreichen Umweltkatastrophen bald nicht mehr genießbar sein werden (gestern wurde bereits ein Verkaufsverbot für Muschen in Südfrankreich verhängt, höre ich).

Macht man sich die Mühe und besteigt die "Falaise d'Aval", wird man mit einem unvergesslichen Rundblick belohnt. Der kleine Ort Etretat schmiegt sich zwischen den beiden Landerhebungen ganz fest ans Meer.

Hier einer der Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg - trauriger Überrest und Mahnmal dafür, dass wir es heute doch um Gottes Willen besser machen sollten!

Bei Ebbe kommen viele Menschen auch im Winter an den Strand und suchen nach Muscheln oder den schönen vom Meer rund geschliffenen Steinen.

Auch die Fischerboote liegen um diese Jahreszeit hoch oben am Strand, wo sie vom Wasser nicht erreicht werden.

Am Abend ist die Uferpromenade leergefegt. Es wird merklich kühler und der Wind frischt auf.

Die wenigen Straßen des Städtchens sind weihnachtlich geschmückt, auch die meisten Restaurants, Hotels und Geschäftslokale sind festlich geputzt.

Eines der wenigen Hotels im Zentrum des Ortes.

Durchs Fenster eines noblen Restaurants werfen wir auch einen Blick und erspähen diese netten Beleuchtungskörper.

Natürlich unternehmen wir mit dem Wagen auch Ausflüge in die nähere Umgebung. Wir fahren die Küste nach Norden und Süden ab. Hier sind wir im Norden bis nach Dieppe - einer großen Hafenstadt - vorgedrungen. Die Jachten im Hafen lassen auf betuchte Besitzer schließen.

Am Ende dieser Steintreppe biegt man links in eine Seitengasse ein!

Hier in Dieppe sind die Fischer auch im Winter aktiv. Als wir ankommen, haben sie bereits all ihre Fische verkauft und die Netze zum Trocknen ausgelegt.

Hier im Norden der Normandie ist die Küste wesentlich flachere und sandiger als in der Gegend um Etretat, wo wir zu Hause sind. Im Sommer findet man hier ideale Badebedingungen vor.

Und dann natürlich die Spaziergänge ins Hinterland. An manchen Tagen ist es hier schon richtig warm und bei 15 Grad kommen wir oft ins Schwitzen.

Hier ist die Landwirtschaft zu Hause. Riesige Felder, Rinderherden und ab und zu eine Gehöft - so sieht hier die Landschaft aus.

Die Taverne zu den beiden Augustins bei Tag. Hier kann man ausgezeichnet essen und trinken.

Oft ist es so warm, dass ich um die Mittagszeit ein paar Stunden mit dem T-Shirt unterwegs sein kann.

Und dann fällt uns dieser Hund auf. Er ist der einzige, der hier ohne Leine und Beißkorb frei herumlaufen darf. Oft sitzt er stundenlang auf der Kaimauer und hält seine Nase in den Sturm.

Und dann kommt sie aber tatsächlich: die Sturmwarnung. Es ist jene Front, die in Deutschland um die Jahreswende wieder verheerende Unwetter und Überschwemmungen auslösen soll. Etretat trifft eines Nachmittags seine Vorkehrungen.

Die an vielen Stellen für die Fußgänger durchbrochene Kaimauer wird mit Brettern abgeriegelt und dicht gemacht.

Oben kommt ein Keil drauf, und wir harren der Dinge, die da kommen sollen. Sicherheitshalber stelle ich das Mietauto ein paar hundert Meter landeinwärts. Man kann ja nie wissen. Zu dieser Jahreszeit war ich noch nie in Etretat, das ich nur vom Sommer her kenne.

Und dann rauscht, stürmt und tost es eine ganz Nacht lang, dass wir in unseren Betten kein Auge zumachen können. Eine kleine Springflut donnert an die Kaimauer und überwindet sie gottlob nur zum geringen Teil.

Der Strand wird mit Treibgut, Algen und allem möglichen übersät. Steine, die mit den Wogen über die Mauern flogen, werden von den Straßenkehrern schnell eingesammelt - aber ernste Schäden entstehen kaum.

Daher öffnen wir unseren Champagner und stoßen auf den Jahreswechsel 2002 / 03 an. Es war wieder einmal wunderschön in Frankreich und ich kann auch diese Jahreszeit dem interessierten Besucher nur wärmstens empfehlen.

 
Andere Pages über die Normandie finden Sie hier:

Die offizielle Etretat-Page - mehrsprachig
Das Hotel "Le Donjon" in Etretat
Die Normandie-Page "en francais"
 

Wenn Sie wollen, können Sie von hier aus gleich ein anderes meiner beliebten Reiseziele ansteuern.
 

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