USA   1999 :      Las Vegas / Nevada

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Nach gut vier Stunden Flugzeit landen wir nach Sonnenuntergang von Memphis kommend am völlig neu gestalteten Flughafen von Las Vegas. Selbst im Flughafengebäude stehen bereits zahlreiche Spielautomaten, denen wir dann in der Stadt in jedem Hotel massenhaft begegnen werden. Ich kenne Las Vegas schon von zwei früheren Besuchen in den Jahren 1988 und 1995. Aber so schnelllebig und so stark expandierend habe ich noch keinen anderen Ort der Erde empfunden.

Wir steigen im Circus Circus ab. Allein das Hotel ist eine kleine Stadt für sich. Es besteht aus fünf riesigen Gebäudekomplexen - unser Zimmer befindet sich im 8. Stockwerk des West Towers. Dieser ist erst vor kurzer Zeit hinzugekommen. Vor wenigen Jahren gab es nur den Main Tower und die Bahn zum Skyrise Tower war erst in Planung. Den Adventuredome und die teuren ebenerdigen Suiten rechts hinten müssen erst kurz vor unserer Ankunft fertig geworden sein. So sieht es zumindest aus. 

Allein die dem Strip zugewandte Auffahrt ist ziemlich unverändert geblieben, wenngleich die tatsächliche Bus- und Taxizufahrt mit den Garagenplätzen weit nach hinten verlegt wurden. Deutlich erkennt man hinter dem monströsen Portal zwei der drei riesigen Zimmertürme.

Sonst nicht unbedingt ein Spielteufel, zieht es meine liebe Frau diesmal doch ab und zu an die verchromten, klingelnden und blinkenden einarmigen Ungetüme. Nicht ohne Erfolg!

Der rote kuppelförmige Bau stellt die Attraktion des Circus Circus dar. In ihm bewegt sich alles, dreht sich alles und brüllt alles für die Kinder - und nicht nur für diese!

Und so sieht es im "Dom" aus. Der grüne Bursche - ein uralter Saurier - aus dem Erdmittelalter bewegt sich und stößt von Zeit zu Zeit furchterregende Laute aus, während zwei hypermoderne Hochschaubahnen über seinen Schädel hinwegrasen.

Diese Hochgeschwindigkeitshochschaubahn schlägt alle Rekorde. In Abständen von etwa zehn Minuten sausen einem die Garnituren mit brüllenden Menschen um die Ohren und der Boden der Halle erzittert.

Die Geschäftigkeit am Strip hat beängstigend zugenommen. Und immer neue Superhotels werden in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft. Vorläufig ist noch kein Ende des Baubooms abzusehen - Platz ist in der Verlängerung des Strip nach Süden noch für unzählige Hotels, erklärt uns ein Taxifahrer. Wenigstens herrscht hier in der Wüste kein Platzmangel!
Ich kann an dieser Stelle nur ein paar der hervorragenden Hotels - sie sind alle Spitzenklasse und dennoch erschwinglich - vorstellen. Hier sehen wir das Excalibur, das durch seine bunten Türmchen schon von weitem auffällt. 
Und diesmal erleben wir den ersten Regen in Las Vegas. Wasser ist hier mitten in der Wüste schon eine Seltenheit, Regenwasser ist noch seltener und dann noch in solchen Mengen, wie sie bei diesem mehrere Stunden dauernden Unwetter vom Himmel fallen, daran kann sich hier niemand zurückerinnern. Durch das Unwetter müssen die meisten  Flüge abgesagt werden. So auch unserer in den Grand Canyon.
So besuchen wir das fast fertiggestellte Venetian, ein Hotel der Superlative. Hier fahren in den künstlich angelegten "Canali" doch tatsächlich Gondeln unter der Rialtobrücke durch und am Dogenpalast vorbei. Dabei schweift der Blick durch die Säulenhalle des Dogenpalastes hinaus über San Marco zum Hotel Mirage.
Die derart massierte Anhäufung von Sehenswürdigkeiten aus aller Welt hinterlässt schon ein eigenartiges Gefühl und macht sicherlich einen Grossteil des Einmaligkeit dieser Wüstenstadt aus. Hier befinden wir uns auf einem Balkon des Dogenpalastes, sehen rechts hinten den Uhrturm und links die beiden Säulen, deren Originale in Venedig San Marco zieren.
Auch der berühmte Campanile darf natürlich nicht fehlen und Rialto kann man ebenso bewundern. Ja selbst mit original venezianischen Gondeln kann man sich von einem echten Gondoliere durch ein paar der  nachgemachten Canali rudern lassen.
Das Essen ist noch immer so köstlich und preiswert wie vor Jahren. Jedes Hotel verfügt über eine riesige Küche, die knapp 24 Stunden am Tag in Betrieb ist. Leider schlage ich mir mit den vielen Köstlichkeiten den Bauch ein wenig zu voll. Das muss zu Hause aber wieder runter!
Natürlich schauen wir auch bei "unserer Heirats-Chapel" kurz vorbei. Vor etwas mehr als vier Jahren haben Andrea und ich hier ganz aufgeregt geheiratet. Besonders am Abend zieht das kleine Kirchlein, das dem Circus Circus direkt gegenüber liegt, viele Heiratshungrige in seinen Bann.
Vor vier Jahren, als wir hier geheiratet haben, guckten wir nicht so locker aus dem kleinen Pavillon. 
Und sogar unser Hochzeitsschlitten steht nahe der Kapelle und versieht Tag für Tag seinen Dienst. Ob der noble Lenker und Zeremonienmeister auch noch täglich die Heiratswütigen zum Traualtar geleitet?
Am letzten Abend dann noch ein Besuch in jenem Hotel, wo Elvis viele seiner stets ausverkauften Konzerte gegeben hat, im Stardust. Und morgen startet nach dem Mittagessen unser Flieger nach San Francisco. Sie sind doch mit von der Partie?
Ein paar ganz tolle Links für Las Vegas:
 
Alles über die Spielermetropole Las Vegas
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