Wie wir durch Fleischessen unsere Umwelt zerstören
 


 Aus Regenwald wird in ...

 

Die Fleischproduktion verursacht nicht nur Hunger in der Dritten Welt, sie trägt auch zur globalen Zerstörung der Lebensgrundlagen bei. Der tropische Regenwald, Hauptquelle der Sauerstoffproduktion unseres Planeten, bedeckte noch im Jahre 1945 sechzehn Millionen km² unserer Erdoberfläche. In den knapp sechs Jahrzehnten seither ist diese "Grüne Lunge" für die Welt um 50% geschrumpft. Wo vorher üppige tropische Vegetation vielen zum Teil noch unerforschten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bot, setzt nach der Rodung sofort die Bodenerosion ein, und nach wenigen Jahren profitgieriger Nutzung bleibt nichts anderes übrig als eine karge Wüstenlandschaft. Niemals wird man mehr erfahren, ob unter den für immer verlorenen Pflanzen nicht solche mit enormer Heilwirkung für unsere Krankheiten gewesen wären! Und wer ist nun dafür verantwortlich? Hauptsächlich die internationalen Fleisch- Hamburgerkonzerne, die das gerodete Land für ihre riesigen Herden Schlachttieren oder als Ackerland für ihre Futtermittelplantagen

(Soja oder Maniok) verwenden,  und zu einem gewissen Teil auch die Papier- und Holz-Multis. Für einen einzigen Hamburger müssen 4  bis 5 m² Regenwald in Weide- oder Ackerland umgewandelt werden, das binnen zwei bis drei Jahren zur Wüste wird. "Das reichste Ökosystem der Erde wird zu Hamburgern, Sperrholz und Packpapier verarbeitet - für Europäer, Amerikaner und Japaner. (Neue Zürcher Zeitung vom 30. 3. 1983)


... wenigen Jahren Wüstenboden

 

Schuld sind die "Futtermittelimporte". Dabei werden die Kleinbauern in der Dritten Welt skrupellos ausgebeutet oder in die Städte vertrieben, das Land wird mit Monokulturen und Chemie verschandelt und der natürliche Kreislauf der Nahrungsversorgung grundlegend zerstört. So stammt etwa ein Drittel des Soja-Imports aus Brasilien, der hauptsächlich in Europa für Schweine-, Rinder- und Geflügelmast verwendet wird. Die enorme Nachfrage nach dieser hochwertigen Eiweißpflanze ließ Brasilien zum größten Sojaschrotexporteur der Welt werden - um den Preis, dass ganze Bundesstaaten ihr Gesicht veränderten. Rio Grande del Sol war vor 30 Jahren noch zu einem Drittel bewaldet. Heute säumen kümmerliche 1,8% Regenwald die unüberschaubaren Soja-Monokulturen. Rund 4 Millionen brasilianische Kleinbauern, die ehemals gut von ihrer Arbeit leben konnten, wurden durch die aggressiven multinationalen Konzerne in die Slums der Städte vertrieben. Das angebaute Soja stillt jedoch nicht

den Hunger der 30 Millionen mangelhaft ernährten Brasilianer - nein, es verschwindet vielmehr als Viehfutter ins Ausland. Das große Geschäft machen dabei nicht die einheimischen Firmen, sondern eine Handvoll westlicher Konzerne.
 


Vergiftete Meere

 

Hinzu kommt, dass Land und Bevölkerung durch den Futtermittelanbau mit einer Unmenge von chemischen Schadstoffen vergiftet werden. Brasilien ist heute der drittgrößte Pestizidverbraucher der Erde. 1985 wurden allein in Deutschland 190.000 Tonnen Pestizide hergestellt; die Hälfte davon ist krebserregend und somit verboten. Daher wich die Industrie auf Länder wie Brasilien aus, und so landen Lindan oder Ebdrin auf dem Soja. Und der Kreis schließt sich schnell, wenn sich das vergiftete Soja über europäische Rinder legal auf dem Teller des europäischen Fleischessers wieder findet. Damit hört der Teufelskreislauf jedoch nicht auf. Erosion und Bodenunfruchtbarkeit, Verschlammung und Flutkatastrophen, Dürre und Versteppung sowie das Aussterben von Tierarten sind weitere Folgen. Doch die Natur schlägt schon zurück, und die Bewohner der modernen Industriestaaten werden zu Opfern ihres eigenen Konsumverhaltens. Durch die gigantischen Monokulturen, durch

die Rodung des Regenwaldes  sowie durch die Methangase der Mastviehbetriebe wird die weltweite Klimaverschiebung beschleunigt voran getrieben. Die Folgen (Treibhauseffekt, Wüstenausbreitung, Überschwemmungen, Abschmelzen der Polkappen, El Nino usw.) bekommen die Menschen mittlerweile weltweit fast täglich zu spüren.

Dazu kommt die ungeheure Verschmutzung unserer Gewässer durch die stark verunreinigten Abwässer von Mastbetrieben und Schlachthöfen. Dass unsere Böden längst mit Unmengen von Jauche überdüngt sind, weiß inzwischen jedes Kind.

Und wie gehen wir mit unserem kostbaren Wasser um? Für die Produktion von jeweils ein Kilogramm der betreffenden Nahrung benötigt man:

1 kg Weizen benötigt 106 Liter Wasser
1 kg Kartoffeln benötigt 150 Liter Wasser
1 kg Äpfel benötigt 50 Liter Wasser
1 kg Schweinefleisch benötigt 9.700 Liter Wasser
1 kg Rindfleisch benötigt 32.000 Liter Wasser

Das für die Fleischproduktion verschwendete und verseuchte Wasser landet schließlich in der Jauchegrube. Wohin aber mit einem Meer von Jauche? Ganz einfach: Man kippt sie auf die Felder, von wo ein Großteil der Flüssigkeit über Bäche, Flüsse und Seen ins Grundwasser und so letzten Endes in unser Trinkwasser gelangt. Eine sichtbare Folge dieser Eingriffe in die Natur sind sterbende Meere. Fische sterben und Algenschwemmen treten auf. Ursache sind in erster Linie Phosphate und Nitrate. Diese Salze stammen aus der Industrie und den kommunalen Kanalisationen entlang den Zuflüssen und auch zu einem großen Teil aus der kommerziellen Landwirtschaft und den Tiermästereien.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Durch eine vegetarische Ernährung könnten viele ökonomische und ökologische Probleme, die die Welt heute belasten, mit einem Mal gelöst werden. In Anbetracht all dieser Gründe ist es schwer zu verstehen, wie es sich heute noch jemand leisten kann, nicht Vegetarier zu sein.

 

Daten und Texte stammen zum überwiegenden Teil aus dem Buch "Vegetarisch leben" aus dem Govinda-Verlag.

 

Vitamine und Nahrungsergänzung

 

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