Der Bunker
Ich geh
nur mehr ganz selten
jene Straße hoch
wo keine 3 m hinter der
verdorrten Himbeerstaude
der trutzige Betonklotz
mit den MG-Schlitzen kauert
50 Jahre
nach Kriegsende
und immer noch unversehrt
meterdicke Mauern
sieht schauderhaft aus
sage ich
jagt mir diesen Krempel
in die Luft
schafft ihn mir aus den Augen
diesen Kriegsblock am Waldrand
zwischen Wohnhäusern vergessen
Die
Sandler sollen sich ein
anderes Scheißhaus suchen
ich muss immer daran denken,
wie ich mit neun Jahren
an den Sonntagsspaziergängen
mit meinen Eltern
selbst dort reingepinkelt habe
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Vater
Er ist
seit knapp 30 Jahren tot
und ich hab ihm damals keine
einzige Träne nachgeweint
Er war
ein mieser Tyrann
hat Mutter und mich
stets angeschrieen und verdroschen
Er war
hassenswert und Furcht erregend
Mutter hat ihn gefürchtet
ich ihn gehasst
Er war
nicht immer so
will mir heute scheinen
der Krieg hat ihn zum Tyrannen gemacht
Er hat
mir ein einziges Mal
von dieser Tyrannei erzählt
als er in Russland zum Einsatz kam
Er hat
sie schreien hören, die Jungen
um ihn herum, als sie zum ersten
Sturmangriff getrieben wurden
Er hat
für mich ihre Schreie nachgemacht:
“Muuuutaaa, Muuutaaa…“ während
das Blut die Gräben tränkte
Er hat
auch die zerfetzten Leiber gesehen
hat die Hundemarken von ihren toten Hälsen
gerissen und die eine Hälfte nach Hause geschickt
Er wurde
von einem Russen
ins Kreuz geschossen – von Tausenden
überlebt nur einer so etwas
Er hat
überlebt – körperlich
seelisch jedoch war er seither tot
ein toter Tyrann, der nicht anders konnte
Sie haben ihm die besten Jahre
seines Lebens genommen
und ihn dann weggeworfen
Heute
hasse ich ihn lange nicht mehr
Heute fehlt er mir bei allen wichtigen Dingen
Heute lebt er in mir weiter … oder ich in ihm
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Mutter
Sie ist seit
über 10 Jahren tot
und ihr habe ich
viele Tränen nachgeweint
Sie hat mich während des Krieges
einverleibt bekommen
während eines Fronturlaubs
Sie hat mich 1943 unter unvorstellbaren
Umständen geboren
im Bombenhagel in Wien
Sie hat
mich in alle möglichen
Luftschutzkeller geschleppt
wenn die Sirenen schrieen
Sie hat einen todkranken und
schwerst verwundeten Kriegsversehrten
von der Front nach Hause bekommen
Sie hat stets mit Unterernährung
zu kämpfen gehabt – immer um die 55 kg
Vater und ich bekamen stets unser Essen
Sie hielt eine winzige, zerbombte Wohnung
sauber und sah zu, dass ich ordentlich
zur Schule ging und dort brav lernte
Sie
stand stets als Puffer
zwischen meinem tyrannischen Vater
und mir – sie hat mich oft vor ihm gerettet
Sie
verfolgte die Wirren meines Lebens
mit Sorge und viel Glauben im Gebet und war froh
als ich einen Beruf hatte und eine Frau
Sie
wurde Witwe und kam in ein Altenheim
ihre Kraft ließ nach und sie brauchte
die letzten beiden Jahre Pflege rund um die Uhr
Sie hat
sich immer ein rasches Ende und
eine glückliche Sterbestunde gewünscht
was ihr beides nicht vergönnt war
Heute
noch denke ich liebevoll an sie zurück
und bin sicher, dass sie zur rechten Hand Gottes sitzt
denn sie war ein herzensguter Mensch …
… auch
sie lebt in mir weiter
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Die Pille
Ich hab
mich bisher mit allen Unstimmigkeiten
meines unbedeutenden Lebens abfinden können:
Sehschwäche von Kindheit an,
Darmerkrankungen ungewisser Herkunft,
verbogene Nasenscheidewand,
eingewachsene Zehennägel,
ausgefallene Zähne und kein vernünftiger Ersatz,
fast keine Tränenflüssigkeit mehr usw. usw.
Eins davon genügt schon
um einem die Suppe gehörig zu versalzen.
Und jetzt meldet sich auch noch mein Pissvogel
zu Wort und teilt mir unverhohlen mit,
dass er nur mehr sehr eingeschränkt
seine ursprüngliche Härte erreichen kann.
Na das kann ja heiter werden!
Keine Weiber mehr ficken können
das hab ich mir in meinen finstersten Nächten
nicht träumen lassen.
Mit knapp 63 liegt das nicht mehr an der Psyche
da sind schon handfeste Abnützungserscheinungen
im Spiel – klar!
Aber auch dagegen soll ja bekanntlich
ein Kraut gewachsen sein: das Dreigestirn
Levitra – Viagra – Cialis.
Vorsichtig lese ich mich in die Materie ein
höre mich bei Freunden und Bekannten um
wobei ich Werbung, Prahlerei und Lüge
auszufiltern versuche.
Doch was
übrig bleibt
ist auch nicht wirklich erhebend!
Die
Nebenwirkungen sind’s
die mich vorerst nachdenklich stimmen
und Sex gar nicht mehr so erstrebenswert
scheinen lassen.
Bleibt noch der Gang zum Urologen
Den
verschiebe ich Woche um Woche
dann Monat um Monat.
Schließlich setzt mir mein erheblich jüngeres
und sexuell recht aktives Weib immer mehr zu
sodass ich den Weg auf mich nehme.
„Ahh, Herr Schida! Haben sie den jungen Burschen
der vor ihnen dran war, rausgehen sehen?“
“Hmm, ja, aber ich hab nicht so darauf geachtet.“
“Der ist um knapp 40 Jahre jünger als sie
und leidet an dem gleichen Symptom.
Bei ihm ist es aber psychischer Natur.“
“Das hab ich mir fast gedacht,
denn in seinem Alter konnte ich
Impotenz noch nicht einmal buchstabieren.“
„Aber zu Ihnen: Ich gebe ihnen hier gleich mal Viagra;
das nehme ich selbst, wenn einmal wegen
Schlechtwetters ein langes Wochenende mit meiner
Frau vor der Tür steht. Sie verstehen?“
Klar verstehe ich, er ist gut 10 Jahre jünger als ich
und mit Frau meint er sicher seine 24 jährige Freundin
der alte Knacker!
Er
schiebt mir so eine Klarsichtpackung mit 4 Pillen
zum Rausdrücken über seine gläserne Tischplatte:
„Macht
60 Euro - wenn sie bitte gleich bezahlen!
Und versuchen sie zuerst einmal die Dinger
mit einem scharfen Messer zu zerschneiden.
Ich habe Patienten, die kommen mit einer
Drittelpille schon ganz schön in Fahrt.
Aber eines muss ich ihnen noch sagen:
“Die Frau muss sie auf jeden Fall heiß machen,
sie müssen geil auf sie sein, sonst klappt
das auch mit diesem Mittel nicht.
Also Fernsehen beim Verkehr ist gestrichen!“"
„Klar,
Doc!“
Ich löhne die 60 Mäuse
mach meinen Diener und bin draußen.
“Und lassen sie sich noch einen
neuen Termin für November geben,
da machen wir dann die Tumormarker,
das ist ein harmloser Bluttest.“
Ob sich mein kleiner Piepmatz zu Hause
jetzt mit der kleinen blauen Pille
seiner früheren Größe und Mächtigkeit erinnert
bleibt auf jeden Fall abzuwarten.
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Immer die gleichen Fragen
Zum
wievielten Mal streicht der Herbst die schiefen Birken
vor meinem Fenster mit seinem van Gogh-Gelb?
Zum wievielten Mal biegt der städtische Bus vorne
rot um die Ecke und gibt dabei lauthals Gas?
Zum
wievielten Mal zieht der Narr über mir die Klospülung, dass in meinem
Bad die alten Rohre feucht klappern?
Zum
wievielten Mal nehme ich den Besen aus der Ecke
und hämmere hinauf, dass der Arsch endlich Ruhe gibt?
Zum
wievielten Mal kaue ich mit meiner Frau das Thema
durch, dass sie zumindest mit mir Frieden hält?
Zum
wievielten Mal werfe ich den Bettelbrief der Blinden
samt dem Zahlschein in die überquellende Mülltonne?
Zum
wievielten Mal stelle ich mich im Laden vorn
um Brot, Milch und ein hartes Stück Käse an?
Zum wievielten Mal senkt sich mein trüber Blick in die
Geldbörse zum letzten beschissenen Zehner?
Zum
wievielten Mal kriecht mir die spinnenhafte Angst
über den Rücken und erzeugt heillose Unsicherheit?
Zum
wievielten Mal wünsche ich mir beim Einschlafen
dass die singende Sense unbemerkt im Dunkeln kommt
und der Wahnsinn für mich am Morgen ein Ende hat!
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Grad jetzt
Draußen
geht es unter die Nullgrad-Grenze
da gibt der Saunaofen seinen Geist auf
und ich zittere mir in der Saukälte
drinnen einen ab
Monatelang gibt es keinen Tropfen Regen
dafür schneit es jetzt gleich in großen Fetzen
und beim Wechsel auf die Winterreifen
warte ich stundenlang in der öligen Werkstatt
Mit
einem Schlag verschwindet der letzte
gelbe Sonnenstrahl vom trostlosen Himmel
nur grau und schwarz in Dunkelheit gehüllt
siecht die gras- und blattlose Landschaft dahin
Fröhlichkeit und bunte Miniröcke
machen dunklen Mänteln und hastigen
Schritten in Schräglage gegen Sturm Platz
und die Menschen verschwinden von den Straßen
Zukunftsdenken und Heiterkeit werden
von düsteren Vorahnungen und Depressionen verdrängt
so manch einer sieht keinen Ausweg auf der Suche
nach der rostigen Rasierklinge oder einer Überdosis
Dabei drohen Weihnachten und Neujahr erst
und auch wenn das endlich überstanden ist
bedeutet das noch lang keine Garantie für freies Leben
in Ruhe und einschläfernd-beschissener Geborgenheit
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Für Jahrzehnte
Schönheit pur bis in die letzte Tangafalte
makellos und ewig jung
Geld,
viel Geld verdient oder ergaunert
grenzenlos und grenzlegal
Kinder
von allen möglichen Partnern
zugegeben und verheimlicht
Angeberei mit Sex, flotten Autos und Häusern
blendend und verblendet
Streit,
Kampf um Vorherrschaft und Macht
selbst zerstörerisch und mörderisch
Trennung, Scheidung und Kinder in Panik
als Faustpfand gestört
für Jahrzehnte
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Proportionen
Sie ist
18 oder 20, hat ein zartrosa Puppengesicht
umrahmt von einer schwarzen Mähne.
Und
dieses Gesicht passt so gar nicht
zu den dicken Waden, die säulenartig in einen
monströsen Arsch übergehen.
Schade, denn wenn sie hinterm Tresen
der Bäckerei steht, sieht man nur
dieses blasse Engelsgesicht strahlen;
der Rest von ihr ist von Brotkörben
und der metallenen Kassa verdeckt.
Alle Männer starren in dieses liebliche Gesicht
am Abend auf der Straße dreht sich keiner
nach ihr um oder schaut ihr nach.
Sie wird es ein Leben lang verdammt schwer
mit den Kerlen haben und besonders mit’m
Sex.
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Phantom H5N1
Sind wirtschaftliche Hintergedanken bei der Erfindung
des Begriffes „Vogelgrippe“ im Spiel?
Sollen wir wieder einmal grandios hinters Licht
geführt werden?
Ist die Menschheit tatsächlich schon so verblödet,
dass sie jeden Scheiß glaubt?
Dreimal „JA“! – Leider.
In
Europa und Asien liegen die Preise für Geflügel
weit unter den vergleichbaren Preisen in den USA -
das haut den Amis den Markt ganz schön zusammen.
Wie reagieren findige Amiköpfe daher?
Sie machen „östliches Federvieh“ madig und
erfinden in Asien das Vogelgrippe-Virus H5N1.
Im größten Salzwassersee Chinas wird es
aufgestöbert und isoliert – der See für Besucher gesperrt.
Nur
kennt in China kein Mensch das Virus
und auch das mysteriöse Vogelsterben ist hier unbekannt.
Dennoch müssen Millionen Stück Geflügel
verbrannt werden – die Rechnung geht langsam auf,
die Hendlpreise steigen und nähern sich denen
am US-Markt – aber zu langsam – zu wenig deutlich.
Daher muss die Grippe auf Osteuropa übergreifen
und mit abstürzenden Zugvögeln auf Mitteleuropa
verbreitet werden.
Deutsche und Österreicher sperren ihre Tiere
in Ställe – Schluss ist mit den glücklichen Freilandeiern.
Der Verzehr von Geflügel geht selbst bei uns
deutlich zurück.
Nun
beginnt der Profitkampf auf der Pharmaebene
und wie!
Man hat
den Erreger noch nicht isoliert, da wird schon
fieberhaft am Impfstoff gearbeitet – was unmöglich ist.
Das weiß
aber die verblödete Masse nicht!
Schon wird der Firmenname des Erzeugers kolportiert
seine Aktienkurse schnellen in den Himmel.
“Tamiflu“ kommt in den Handel – gleich mit der
Bemerkung, dass man nie und nimmer genug Impfstoff
für alle wird herstellen können.
Der Run auf die Apotheken beginnt.
Staaten arbeiten Notfallspläne für Polizei und Militär
zum Schutz der Apotheken aus – kein Witz!
Es gibt also zu wenig Impfstoff gegen
eine Krankheit, die es noch gar nicht gibt
und auch nie geben wird. Genial!
Millionen verängstigter Idioten kaufen den Impfstoff,
einige Schlaue krallen sich die Aktien rechtzeitig
einzelne Schweine werden über Nacht stinkreich.
Die
Medizin spricht von einer „möglichen“ Ehe
zwischen einem nie nachgewiesenen Vogelgrippe-Virus
und einem nie nachgewiesenen Grippe-Virus
beim Menschen.
Sie kennt auch schon die möglichen Symptome. Aha!
Eine Pandemie scheint unausweichlich,
man rechnet im deutschen Sprachraum mit
30 Prozent Erkrankten.
Was SARS
nicht schaffte, sollte der Vogelgrippe gelingen!
Was ist die Menschheit doch für ein verkommenes,
verlogenes, ausbeuterisches, lebensunwürdiges Pack!
Der
Planet gehörte längst davon befreit!
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Vaters Nachtruhe
2 Uhr 30
ist es
und es läutet an der Wohnungstür.
Ich reagiere nicht, bin nicht einmal sicher,
dass das mir gegolten hat.
Kaum
eine Minute später
wird bereits fest
gegen die Tür geschlagen.
Verkatert und in Unterhosen stolpere
ich den Gang entlang
dreh den Schlüssel.
Zwei Uniformierte werden
draußen erkennbar.
Polizei? Überfallkommando? Kobra?
Der Bub ist noch unterwegs um die Zeit,
die werden doch nicht wegen ihm …
Ich hätte doch die Brille nehmen sollen.
“Guten Abend!“
„Gute Nacht, wo brennt’s?“
“Sie haben die Rettung gerufen?“
“Was, ich? Ich hab überhaupt nichts gerufen.“
Jetzt seh’ ich’s, die Burschen haben
rote Kreuze auf den Jackenärmeln.
“Aber das ist doch Tür 5, oder?“
“Ja, das ist Tür 5, aber ich hab
trotzdem keine Rettung
oder sonst was gerufen.
Von welcher Nummer kam denn der Anruf?“
„Ist leider keine Nummer gespeichert.
Ja, und wenn sie’s nicht waren,
dann entschuldigen sie halt
und gute Nacht.“
Ich
brumme ein Jaja, hau die Tür zu
und tappe wieder zu meinem Bett.
Jetzt werd ich wieder lang nicht
einschlafen können.
Wenn man mich so brutal
aus’m Schlaf reißt,
ist meist auch
der folgende Tag im Arsch.
Naja,
wenigstens iss nichts
mit’m Buben …
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Richtig großzügig
Zeitungsmeldung, ganz klein
links unten in der Ecke:
“Österreich erlässt Irak alle Schulden“
Aus,
nicht mehr, kein Foto,
keine Erklärung, kein Dankeschön – O.K.
Ich habe nachgefragt und nachgesehen:
Jeder Österreicher – vom Säugling bis zum Greis -
Firmenboss oder Arbeitsloser
zahlt heuer 280 Euro an die Regierung des Irak.
Für alte Leute, die unserer alten
Währung noch mehr verhaftet sind:
Oma, das sind 3850 Schilling!
Wie viel beziehst du im Monat an Rente?
Nicht viel mehr? Oha!
Und das alles ohne zu fragen!
Die Regierung hat wirklich verdammt viel Mut!
Oder ist sie schon so verblödet
unser oft bitter verdientes Geld
einem Regime zu schenken,
das damit Waffen kauft,
Polizeistationen und Gerichte
in einem fremden Land einrichtet,
wo die Leute das vielleicht gar nicht wollen
und sicher auch nicht verdienen.
Aber wir haben es ja! Wir sind ja die Reichen.
Oder was!
Unsere Macher sind derart weit weg vom Volk,
dass sie demnächst von diesem
hoffentlich für immer in die Wüste geschickt werden
wohin sie schon längst gehören!
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Niccolo
Paganini
Der
Teufelsgeiger aus Genua
musste auf Befehl seines strengen Vaters
bis in die sinkende Nacht hinein
auf der Violine schuften.
Solch väterliche Strenge trägt natürlich
früher oder später Früchte.
Tut es heute noch bei Pianisten,
Tennisspielern, Slalom- und Eisschnellläufern.
Aber zurück zu Paganini, bei dem kam noch etwas hinzu:
nach seinem ersten Koitus mit einer Baronesse
hatte er einen Dauerständer – tragisch, aber wahr!
Und den
hatte er von nun an stets
beim Anblick einer schönen Frau -
auch wenn diese gut gekleidet war -
und jedes Mal hielt die Erektion den ganzen Tag an.
Was wir Heutigen uns sehnlich wünschen,
muss für den Stargeiger damals die Hölle gewesen sein.
Trotz Dauererektion führte ihn die Kunst
nach Österreich, Deutschland,
England und Frankreich,
wo er stets herausragende
Erfolge verzeichnete
und mit seinen Konzerten
ein Vermögen verdiente.
Nach zahlreichen erfolglosen Arztbesuchen
vertraute er sich in Paris dem damaligen
Starmediziner und Begründer der Homöopathie,
Samuel Hahnemann, an.
Sein Pech war nur,
dass er sich bei der ersten Visite
sofort in Hahnemanns Frau, Melanie, verliebte.
Die verabreichte ihm eine fürchterliche Abfuhr -
und erneut eine Dauererektion.
Zu dieser Zeit musste sich
der Bedauernswerte bereits selbst
viermal täglich einen Katheder setzen,
um überhaupt urinieren zu können.
Die ununterbrochenen Erektionen
hatten seine Harnröhre komplett verengt.
Er starb mit 58 von allen Medizinern enttäuscht
und hat uns dennoch bis heute unerreichte Werke
der Violintechnik hinterlassen:
etwa das Konzert Nr. 1 in D-Dur Opus 6,
oder die 24 Capricci für Solovioline u.a.
Seine seltene Krankheit, den Priapismus,
benannt nach „Priapos“,
dem griechischen Gott der Fruchtbarkeit
behielt er bis zum Tod.
Nicht alles ist erstrebenswert,
was uns die Götter bescheren!
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Unglaublich
Ich
spür, wie sie jeden Tag
dürftiger wird – meine Lebendigkeit,
meine Zeit, mein Hirn, meine Beweglichkeit.
Und am schlimmsten ist,
dass man das
keinem anderen mitteilen kann.
Die sind alle gut drauf,
leben ewig – scheint’s -
und führ’n sich genauso auf.
Sag so einem was
über die Aussichtslosigkeit
seines Daseins.
Erklär’ ihm, dass alles
was er im Moment so wichtig findet
mit einem Schlag weg sein kann.
Für immer! Ein kleines Gefäß
platzt in seinem Schädel oder sonst wo
und alles läuft ganz anders ab für ihn.
Er glaubt es nicht
ist unangenehm berührt
schiebt dich beiseite – wetten!
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Leck mich …
Ich hab
die meiste Zeit meines Lebens verplempert.
Nicht absichtlich und nicht erfolglos,
aber ich hätte sie besser nützen können.
Das ist jetzt für immer vorbei,
zu spät, verpasst, vertan für immer.
Mögen es die nächsten besser machen.
Ich hab es eindeutig nicht geschafft.
Bin an dem dauernden Zwiespalt „Körper – Geist“
ganz kläglich gescheitert.
Vielleicht hab ich mir zuviel Gedanken gemacht.
Geht das überhaupt?
Aber momentan gibt's kein Entrinnen mehr.
Wenn einmal mehr als drei Viertel deiner Zeit
abgelaufen ist, dann kommst du mit’m
letzten Viertel nicht mehr zurecht.
Die
letzten Jahre sind eigentlich die schwersten.
Den Tod schon knapp vor Augen
und noch so viel nicht erledigt!
Und die
Gewissheit, dass es nun nur mehr bergab geht.
Körperlich, geistig, finanziell, gesellschaftlich.
Pfui Teufel! Wer da sagt, das Alter ist was Schönes,
der leck mich doch am Arsch!
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Play Bach
Spielt
Klavier wie ein Gott
und Fußball genau so gern
ein Südamerikaner eben
aber in der Kombination einmalig
Das
große Geld kommt über die Tasten
Plattenproduzenten in USA und Japan
Konzerte im Madison Square Garden
in der Albert Hall und sonst wo
Schießt
2 entscheidende Tore
in den letzten 3 Minuten
verletzt sich die rechte Hand schwer
muss das Klavierspiel aufgeben
Neubeginn in der Baubranche
kauft einen maroden Betrieb
mit 6 Angestellten – nach 4 Jahren
arbeiten über 600 Leute für ihn
Steigt
in die Politik ein
und unterstützt im Wahlkampf
einen der beiden Kontrahenten
Leider den falschen
Die
Presse dichtet ihm Unregelmäßigkeiten
bei Wahlkampfspenden an
macht ihn fertig
er setzt sich ins Ausland ab
Ein
Spezialist arbeitet mit seiner
kaputten Hand ein neues Programm durch
die Finger treffen wieder die richtigen Tasten
den Rest machen Ehrgeiz und Ausdauer
Er
schafft das Comeback
neuerliche Konzerttourneen
er spielt den kompletten Bach
und anderes in Rumänien auf CDs ein
Nach
einer Studiositzung
wird er dort in der Nacht überfallen
Gewöhnliche Räuber ziehen ihm
eine Eisenstange über den Kopf
Der
gesunde Arm ist fortan gelähmt
aber er spielt einhändig weiter
wie Wittgenstein und ist berühmt
wie eh und je
Bravo, Joao Carlos
Martins!
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Die Visa-Card
Hab ich
auch schon oft gehört:
Unsere Weiber taugen nichts -
eine Brasilianerin müsste man haben
oder zumindest eine Thai-Frau!
Gesagt, getan. Nach der vierten
gescheiterten Partnerschaft,
zwei urige Österreicherinnen,
eine kühle Deutsche und ein US-Girl
hat er die Nase voll,
kauft sich ein Ticket nach Phuket
quartiert sich im Graceland Resort ein
und verbringt 2 Traumwochen in Patong.
Jeden
Abend angelt er sich
eine andere Naturschönheit und die
bringen ihn ganz schön auf Touren.
Bei der Abreise hat er eine Favoritin,
Sheela, 22, ein langbeiniger Traum von Frau
“Ich komme bald wieder,
dann hole ich dich nach Europa.“
Nach 3 Monaten ist er wieder in Patong.
Sie hat wieder jeden Tag für ihn Zeit,
aber mit dem Mitnehmen wird’s noch nichts
er hat noch Scherereien mit der Frühpension.
“Du ziehen zu mir nach Thailand,
wir bauen hier Haus mit Garten und Pool
kosten alles nur ganz wenig hier!“
Sie lebt mit ihren Eltern
auf einem kleinen Grundstück -
das daneben steht zum Kauf frei.
Sie erledigen ein paar Formalitäten
und Behördenwege wegen des Kaufs
und kurz vor seiner Abreise erbettelt
sie sich seine VISA-Card:
“Ich müssen Wasserleitung und
Einrichtung anzahlen, dann ein paar
Kasten und Tisch und vor allem Bett!“
Dabei greift sie ihm liebevoll in den Schritt
und drückt ihren Oberkörper gegen
seinen Bauch.
Ohne zu denken – klar, es steht
seinen Gedanken weiter unten
ja etwas merklich im Wege –
händigt er ihr seine VISA-Card aus.
Zu Hause angekommen stellt er
mit Schrecken fest, dass sein Konto
täglich um rund 3000 Euro schrumpft,
an guten Tagen sind es über 5000.
Ob er von Haus und Einrichtung je etwas
sehen wird, bleibt eher ungewiss.
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Unverantwortlich
Die
VS-Lehrerin Sabine K. aus Wien 12
fliegt über die Feiertage für eine knappe Woche
in die Türkei zu einer Urlaubsbekanntschaft
Ein stink-normaler Gegenbesuch
Sollte man meinen.
Einen
Tag vor Schulbeginn landet sie
mit Mann, Tochter und Kopfschmerzen
wieder daheim in Wien-Schwechat.
Sie
stopft noch die Wäsche in die Maschine
dann geht sie schlafen.
War doch etwas anstrengend
die Reise für die über 50-jährige Pädagogin
die am Montag mit rinnender Nase
und Gliederschmerzen pünktlich um acht
in ihrer Klasse steht und auf Sparflamme paukt.
Auch die Kinder sind nach so freien Tagen
gar nicht fit – etliche waren auch mit den Eltern weg
zwei ebenfalls in der Türkei – aber eine andere Provinz.
Am
Nachmittag kommen Gliederschmerzen hinzu,
Frau Lehrerin sucht ihren Hausarzt auf.
Wenig später liegt sie auf der Quarantänestation,
das volle Vogelgrippe-Programm läuft an.
Am nächsten Abend ist sie wieder zu Hause bei Papa.
Der
Laborbefund ergibt:
Es ist nur eine stinknormale Influenza -
nicht die Vogelgrippe.
Und alle waren doch schon so gut darauf vorbereitet.
Aber am
nächsten Tag kann man in der Zeitung lesen:
“Unverantwortliche Lehrerin stellt sich hustend
vor die Kinder ihrer Klasse und unterrichtet sie!
So konnte unser ausgeklügelter und sündteurer
Pandemieplan erst fast zwei Tage später greifen!
Die behandelnden Ärzte und Seuchenexperten
können über ihre verantwortungslose Patientin
nur noch den Kopf schütteln!“
Hmm? Was ich immer sage: Kollegen, bleibt
doch um Himmels Willen zu Hause!
Bei jeder Kleinigkeit. Es ist unverantwortlich,
sich krank und mies vor die Kids zu stellen.
Lieber bleiben jeden Tag
vier Klassen ohne Lehrkraft.
Der Direktor wird das schon schaukeln,
er ist erste Supplierreserve und bekommt
Münze für diesen Job – und nicht zu knapp.
Er wird dafür entlohnt, dass er mit
so Lappalien fertig wird und in jedem Stockwerk
“seiner“ Schule gleichzeitig eine Klasse führt
und fachgerecht unterrichtet –
vielleicht sogar Fächer übergreifend.
Der kann das schon – und wenn ihr wieder
ganz gesund seid, dann hängt noch zwei
oder drei Tage der Erholung dran,
sonst habt ihr sofort einen Rückfall,
denn unsere Kinder merken es sofort,
wenn die Frau Lehrerin nicht ganz fit ist
oder in der Türkei mit den Hühnern gespielt hat!
Und diese Schwäche nützen die beinhart aus.
Woher ich das alles so genau weiß?
Hab doch
selbst 38 Jahre lang zwischen Tafel
und wissensdurstiger Meute
am Pranger gestanden – ha!
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Der gläserne Mensch
Sitze
mit Karl in Zimmer Vid105
der Polizeizentrale in Wien 1
erster Stock, Videoüberwachung.
Auf 12 Monitoren sehen wir
jeweils das Farbbild einer Straßenkreuzung
im Grätzel Rotenturmstraße, Graben,
Tuchlauben und Schwedenplatz.
Es geht auf den Abend zu
kurz vor Sonnenuntergang
der Verkehr ist ruhig
keine besonderen Vorkommnisse
Karl greift sich den kleinen Stick
der Fernsteuerung für Cam 7
zoomt ein wenig vor und zurück,
dann schwenkt er die Häuserzeile ab
bei Tür 9 bleibt er stehen und
tastet sich auf ein Fenster im
ersten Stock zu
“Du weißt aber schon, dass wir das
eigentlich nicht dürfen, Karl?“
Er macht mit der Bierflasche in seiner linken
eine wegwerfend-verachtende Bewegung
und kurvt mit der rechten weiter in das
erleuchtete Fenster hinein.
Seine Zielsicherheit lässt mich annehmen,
dass Karl das heute nicht zum ersten Mal macht.
„Die Tusse ist noch keine 5 Minuten daheim.
Kommt immer um diese Zeit und strippt für mich –
nur weiß sie es noch nicht!“
Tatsächlich streift sie die Schuhe ab,
zieht sich den Pulli über den Kopf,
steigt aus dem Minirock, tritt vor
einen Spiegel und legt auch noch
BH und Slip ab.
Das
Licht in ihrem Zimmer reicht völlig aus,
um noch Andeutungen von Farbe erkennen
zu können – die Bilder sind gestochen scharf.
Klar, die Objektive sind ja so ausgelegt,
dass man Nummernschilder gut ablesen kann.
Nur trägt die Kleine keine Nummer,
sie schiebt hoffentlich gleich eine
mit dem Typen, dem sie jetzt
splitterfasernackt die Tür öffnet.
Der hält sich nicht lange mit Vorspielereien auf,
kommt gleich zur Sache
und vögelt sie auf dem großen Esstisch
in der Mitte des Zimmers – bei voller Beleuchtung.
Zwei
Wochen später halten Karl und ich
je eine Vorladung zum Untersuchungsrichter
in Händen.
Ergebnis: Karl wandert für 6 Monate,
ich für vier in den Knast.
Wir konnten doch nicht ahnen,
dass die Bilder der Cams automatisch
aufgezeichnet, 3 Monate aufbewahrt
und im Ernstfall durchgesehen werden.
Während wir den beiden beim Rackern zusahen,
passierte auf der Kreuzung nebenan ein Unfall:
Ein Kind tot – ein neues am Wohnzimmertisch
im Entstehen?
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Klassenkampf
USA /
Florida, in einem College,
der Name ist mir entfallen, iss aber
bedeutungslos, da es in fast allen
Colleges gleich zugeht.
Omer, 15 Jahre alt,
kommt wieder einmal in seine Klasse
In seiner Tasche steckt neben ein paar Büchern
auch die Luftdruckpistole seines Vaters.
Iss so ein Ding, das mehrere kleine
Bleihütchen fasst, sodass man nicht
jedes Mal mühsam nachladen muss.
Um zehn gehen alle Kids in den großen Schulhof
Es geht laut her – etwas zu laut für Omer.
Der zieht Papas Luftpistole aus der Tasche
und zielt auf die schreiende Göre aus der 4 A,
ja, die mit’m gelben Pulli und den großen Titten
auf der anderen Seite des Hofs.
Er drückt ab – sie schreit auf
und hält sich den linken Oberarm.
Ein kleiner Blutfleck zeigt sich
Die Lehrerin, Miss Closter, stürzt herbei,
auch die kriegt so ein Ding verpasst
mitten auf’n Arsch – das hat gesessen.
Da bellt
ein Schuss über den Hof.
Omer bricht zusammen, er ist sofort tot.
Der wachhabende Polizist hatte ihn
in der Menge ausgemacht und die
Luftdruckpistole für eine echte Waffe gehalten.
Jaja,
fürs Leben und nicht für die Schule lernen wir!
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Rauchen macht nicht nur
schlank
Nantes,
Frankreich – in einer Disco -
am Samstagabend
Der 18-jährigen Pierre
hat schon starke Schlagseite
von dem grünen Gesöff
das sie hier literweise verkaufen
und jetzt gehen ihm auch noch
die Gitanes aus
Neben ihm an der Bar steht
der 26 Jahre alte Gilbert und raucht
“Gib mir nen Glimmstengel, Alter, aber dalli!“
„Bist du
noch zu retten?
Kauf dir welche,
wenn du rauchen möchtest!“
“Ich sag’s nur noch einmal -
gib mir ’ne Lulle – oder du bist tot!“
“Aber leck’ mich doch, Arschloch!“
Sechsmal sticht Pierre mit seinem Schnappmesser zu.
Sein Gegenüber geht lautlos zu Boden
und stirbt noch vor Eintreffen der Rettung.
20 Jahre für Pierre.
Ich
sag’s ja immer:
Rauchen ist höchst ungesund!
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Haddsch
Alle
Jahre wieder pilgern Hunderttausende
zum heiligen Schrein nach Mekka
und jedes Jahr entsteht mindestens
eine Panik – wenn nicht zwei oder mehr
so auch heuer – und wieder mitten auf der Brücke.
Sie marschieren wie in Trance
dicht an dicht – keiner sieht den anderen
alle stehen im Banne des Ereignisses
der baldigen Himmelfahrt
endlich befreit vom harten Erdenlos -
es kann nur noch besser werden.
Da stolpert einer – die Masse drängt nach
der Pfad ist schmal, keiner bleibt stehen
der nächste tritt auf den Gefallenen
noch einer fällt – die ersten Schreie
Flucht steht ihnen ins Gesicht geschrieben.
Verzückung und Panik nebeneinander
keiner weiß, was wirklich los ist
nur die am Boden, die nicht mehr hochkommen
getreten, verletzt, zertrampelt werden.
Angehörige versuchen die Ihren hoch zu reißen
und verursachen noch mehr Stau und Verwirrung
Hilfeschreie aller Orten
Blut, Tränen, Entsetzen, Ohnmacht.
Heuer
erwischt es sogar einen Österreicher
seine Überreste passen in eine Schuhschachtel
drei seiner Freunde treten die Heimreise
schwer verletzt ohne ihn an – Inshallah!
So Gott
will – will er es wirklich so?
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EU - Porno
Die Idee
war gar nicht so schlecht:
man muss die EU den Bürgern nahe bringen.
Mhmm – geredet wird davon schon seit Jahren.
Nun hat
es eine junge Werbefirma
einmal wirklich versucht.
Ein guter Fotograf zieht einem Mädel
einen schmalen EU-blauen Slip an
grad so breit, dass auf die Vorderseite
der Ring aus den 12 gelben Sternen passt
genau über der Muschi.
Am fertigen Plakat sieht man die gelben Sterne
herrlich auf dem blauen Stofffleckerl leuchten
darunter einen gut gewölbten Venushügel.
Die Oberschenkel und der teilweise entblößte Busen
verschwimmen leicht in Unschärfe
Echt gut fotografiert, muss ich sagen.
Die
Plakate hängen keine 24 Stunden in Wien.
Es hagelt Proteste von Frauenrechtlerinnen,
selbst Salzburgs Landeshauptmann-Frau G.B.
spricht von „zutiefst frauenfeindlicher Darstellung“.
Mehrere Sonderkommandos müssen in der Nacht
und bei dichtem Schneetreiben ausrücken,
um alle bereits montierten EU-Tangas
wieder abzuräumen.
Die Kosten sind enorm – wir Steuerzahler tragen sie.
Auf die verbotenen Plakate setzt ein unglaublicher Run ein.
Leider hab ich keines mehr ergattert –
Eines hängt jetzt in Graz bei einer Kunstaktion.
Aber ein
Digitalfoto davon habe ich geschossen.
Möchte wer von euch einen Abzug?
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Friedenstifter
Die
Beliebtheit der CIA ist nur noch von deren
Erfolgen zu überbieten
und die sind in den letzten Jahren
bekanntlich gleich null.
Das soll
sich jetzt rasch ändern!
Da bekommt der Chef vor Ort
einen todsicheren Hinweis:
In einem pakistanischen Bergdorf
nahe der Grenze zu Afghanistan
werden sich am kommenden Wochenende
die Führungsspitzen von Al-Kaida und Taliban
zu einer längst fälligen Plauderei treffen.
Wow! Da könnte man das kaum mehr vorhandene
Image des US-Geheimdienstes
mit einem Schlag gehörig aufpolieren.
Der Bursche zögert nicht lange.
4 Raketen aus unbemannten Drohnen
werden abgeworfen und zerstören das ganze Dorf.
Die Bilanz: 18 Tote, darunter Frauen und Kinder.
Nur mit dem aufpolierten Image wird es wieder nichts.
Keiner der vermuteten Rädelsführer war anwesend:
weder Bin-Laden-Vize Al-Zawahiri noch
der Taliban-Obermullah Omar!
Und
dabei wollten die US-Militärs doch
ursprünglich Frieden in diese Region bringen.
Oder hab ich mich damals verhört?
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Biometrie parlamentarisch
Immer
wieder schleicht sich verkommenes Gesindel
in die heiligen Hallen des Parlaments in Wien ein.
Dann stören diese Unmenschen auch noch mit
Plakaten, Farbe und deftigen Zwischenrufen
die eine oder andere wichtige Sitzung der Abgeordneten.
Diesem Zustand wird nun unter Hausherrn Khol
endlich ein Riegel vorgeschoben.
Neue,
elektronische Torschleusen
werden ins Allerheiligste eingebaut.
Sie funktionieren mittels biometrischer Daten,
die in Form eines Bildes von jedem Mitglied
des Hohen Hauses im System abgespeichert sind.
Eine winzige Kamera an der Tür
fotografiert jeden Ankommenden,
vergleicht das momentane Bild
mit dem in der Datenbank abgespeicherten
und gibt bei Übereinstimmung die Tür frei.
Wollen Hinz oder Kunz zur Tür rein,
werden diese als unbekannt erkannt
und die Tür bleibt verriegelt.
Die Idee ist gut, die Praxis sieht jedoch ganz anders aus.
Gestern wollte unser Kanzler wie immer eintreten,
doch die Tür verweigerte ihm den Zutritt.
Immer wieder grinste er in die Linse – vergebens.
Eine junge Abgeordnete wurde gerufen.
Sie hielt die Nase der Linse entgegen
und flugs sprang das Türl auf.
Danach wieder der Kanzler – keine Reaktion im Schloss.
Nun kam
es langsam an den Tag:
Vielen Angeordneten ist es schon mehrmals
ähnlich ergangen, und zwar an Tagen,
wo sie die Nacht vorher durchgezecht
oder durchgearbeitet hatten.
Hervorgerufen durch die Müdigkeit
müssen ein paar Gesichtszüge entgleist sein
und das System schaltete auf stur.
Auch ein Abgeordneter mit Brille
wusste plötzlich zu berichten:
“Auch ich habe im Winter
mit beschlagener Brille keine Chance.“
Dabei war das „Sesam öffne dich“ nicht ganz billig –
von ein paar hunderttausend Euro ist die Rede.
Nun wandte man sich an die Herstellerfirma.
Die versprach zwar den Schaden
ohne Mehrkosten zu beheben,
indem der Software auf die Sprünge
geholfen werden soll – angeblich eine Lappalie.
Inzwischen kann man beim Kameraauge
noch immer putzige Szenen beobachten:
Hier versuchen sich Männlein und Weiblein
an ihr Gesicht zu erinnern,
das sie vor Monaten
beim Fotografieren gemacht haben.
Es werden Brillen geputzt, Haare geglättet,
Lippen befeuchtet, Augen aufgerissen,
Lächeln wird durch ernstes Schauen verdrängt.
Ich hab auch schon einen beobachtet,
der nach mehreren Fehlversuchen
dem Ding einfach die Zunge rausgestreckt hat.
Wenn das kein gelungener Schildbürgerstreich ist!
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Orden auf österreichisch
Bleiben
wir gleich im Parlament zu Wien.
Hier ist in der angeschlossenen Cafeteria
der Kellner Rudolf seit Jahrzehnten
bereits eine echte Institution.
Sind die
Abgeordneten nach zähen und
zermürbenden Sitzungen,
die oft bin ins Morgengrauen hinein dauern,
müde und auch grauenvoll niedergeschlagen,
so ist es der Herr Rudolf,
der sie mit einer knusprigen Buttersemmel
und einem kleinen Braunen wieder fit bekommt.
Oft macht er dem Finanzminister einen Toast
oder ein paar Frankfurter,
wenn dieser nach seiner Budgetrede
und der anschließenden Diskussion im Plenum
zu keiner warmen Mahlzeit mehr kommt.
Selbst der Kanzler hat ihm schon einmal
anerkennend auf die Schulter geklopft.
Nun bekam er zum Geburtstag die
“Goldene Medaille für Verdienste um die Republik“
überreicht, und er strahlte und strahlt noch heute
wie ein Kind zu Weihnachten, denn er weiß ganz genau:
Diese Auszeichnung, die sonst nur hohe Würdenträger,
Wissenschafter, Politiker und Künstler erhalten,
hat er nicht für seinen Service sondern viel mehr
für seine Verschwiegenheit bekommen.
Denn der gute Mann könnte mit seinem Wissen
über Pakte und Gemeinheiten im Hohen Haus
ganze Bände füllen!
So hat
man den dreifachen Affen – nichts sehen,
nichts hören – nichts sagen – eben vergoldet!
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Weizen danach?
Im
nördlichsten Zipfel von Norwegen
auf der arktischen Insel Spitzbergen
kann man geheimnisvolles Treiben beobachten.
Schwerstes Gerät bohrt sich durch Permafrost.
Und weit und breit keine Ortschaft,
keine Hütte, kein Mensch, kein Tier.
Äußerst streng vom Militär bewacht
und aus der Luft mit Satelliten-Kameras verfolgt
werden tief unterm ewigen Eis
aus meterdicken Betonwänden
riesige klimatisierte Hallen mit einer
Druckwellensicheren Eingangsschleuse errichtet.
Zweieinhalb Millionen Euro soll der Bau verschlingen
und nach Fertigstellung das Endlager für rund
zwei Millionen Getreidearten darstellen.
Der Hintergedanke bei diesem Projekt,
das 2008 in Vollbetrieb gehen soll:
Nach einem weltweiten Atomkrieg
oder einer globalen Klimakatastrophe
sollen unsere Nachfahren nicht verhungern müssen.
Was immer passiert, diese Samenbank
würde es uns erlauben, mit der Landwirtschaft
wieder ganz von vorne anzufangen.
Bleibt die Frage: „Wenn alles den Bach hinunter geht,
wenn alles verstrahlt ist oder eine Eiszeit anbricht,
wer soll dann das Getreide wieder anbauen?“
Wird uns da vielleicht wieder großes Theater vorgespielt?
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Ade, du mein lieb Heimatland
Lehrer
sein war immer ein harter Job,
heute isses ein Scheißjob!
Früher gab’s für Frechheiten
eine Schallende hinter die Ohren.
Auch Karzer, Stehen vor der Klassentür
und mehrfach schriftliche Aufgaben
waren an der Tagesordnung.
Und wenn man sich zu Hause
über eine vielleicht ungerechte
Behandlung durch den Lehrer beklagte,
gab’s gleich vom Vater Dresche.
War vielleicht ein wenig hart,
aber wir waren erzogen
und wissen noch immer,
wie man sich zu benehmen hat.
Heute mit 75 bis 100 Prozent Ausländerkindern
pro Klasse haben die Muselmanen das Sagen.
Und die sind nicht zimperlich.
Sie fordern, dass die Direktorin
und alle Lehrerinnen ab sofort Kopftücher tragen.
Auch verweigern sie und ihre Kids
den Lehrerinnen die „Sie“-Andrede,
da Frauen bei ihnen zu Hause
Menschen zweiter oder dritter Wahl sind.
Und auch vom Singen und Schwimmen
gehören ihre Töchter befreit,
weil das der Prostitution verdammt nahe kommt.
Und türkische Flegel darf man auch nicht ermahnen,
wenn ein anderes Kind in Hörweite ist:
das könnte psychische Schäden zur Folge haben.
Weit hat
es unsere Politik - insbesondere unsere
Schul- und die Ausländerpolitik - gebracht.
Lehrer und Direktoren stehen
diesem Treiben machtlos gegenüber.
Es gibt
keinerlei Unterstützung von „oben mehr“.
Hat’s nie viel gegeben – auch zu meiner Zeit nicht –
aber was sich da heute in unseren Klassen-
und Lehrerzimmern abspielt, ist unvorstellbar.
Zappelnde und weinende Lehrkräfte faseln
vorm Schulleiter von Dienstverweigerung,
drohen nie mehr diese oder jene Klasse zu betreten,
werden krank und immer mehr leidend.
Dabei hat man das System kaum merklich
so verändert, dass Kranksein sich direkt negativ
auf die Kollegenschaft auswirkt.
Früher bekam ein Lehrer,
der für einen erkrankten Kollegen in die Klasse ging,
die Stunde ganz – später teilweise – bezahlt.
Heute muss unbezahlt suppliert werden –
das gibt beinhartes Mobbing,
wenn man aus dem Krankenstand
zurück in die Schule kommt.
Und wiederholen sich diese Krankenstände,
hat man mit viel härteren Konsequenzen
zu rechnen – man wird vor den Kadi,
in hartnäckigen Fällen vor den Psychiater gezerrt.
Ich fürchte, dass sich das alles nicht nur “so ergeben“ hat.
Nein, ich denke, dahinter steht ein System, eine Absicht.
Es muss
an allen Ecken und Enden gespart werden -
naja, nicht an allen: Wirtschafts- und Politbosse
haben ihr Schreflein im Trockenen
und die Scherfleins werden immer größer – O.K.
Aber die machen das Kraut auch nicht mehr fett.
Wirklich einsparen kann man nur bei der Masse.
Und so gesehen macht es Sinn,
wenn man das Pensionsalter weiter hinaufsetzt,
die Schülerhöchstzahlen anhebt und weiter anhebt,
die medizinische Versorgung teurer werden lässt,
Energie- und Heizkosten steigen usw. usw.
Das doppelte Ziel kann nur sein:
Die Masse der Bevölkerung muss länger arbeiten
um dadurch weniger Pensionsgelder zu verbrauchen
und früher ins Gras zu beißen.
Und zweitens soll sie nur ja nicht so schlau werden,
dies alles mitzukriegen und zu durchschauen.
Die vorsichtige Trendwende setzt schon ein:
Weniger Arbeitsplätze erzeugen mehr Arbeitslosigkeit
und erhöhen den Stress in der Bevölkerung,
was die Lebenserwartung schon zurückgehen lässt.
Das
Zurückfahren der Bildung verdummt die Masse,
schon heute haben wir in unserem Land
850.000 Analphabeten – die Dunkelziffer liegt
wie überall weit höher und enthält
noch gar nicht einmal jene, die zwar buchstabieren,
aber den Sinn der Wörter oder der Sätze
überhaupt nicht mehr verstehen können.
Und da
will man den paar verbliebenen
gesunden Lehrerinnen nun auch noch
Kopftücher überstülpen.
Wenn’s soweit kommt, kann ich nur sagen:
“Ade, du mein lieb Heimatland!“
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Überlebt
Die Antonow 24 verschwindet ganz plötzlich
von den Radarschirmen – ohne Notsignal – nichts.
Sie wissen nur, dass es irgendwo im gebirgigen,
schwer zugänglichen Gelände passiert sein muss.
In
Wirklichkeit bin ich einer der ersten,
der den Brandgeruch wahrnimmt.
Klar, sitze ich doch in der zweiten Reihe vorn.
Keine zwei Minuten später dringt dichter Rauch
durch die Ritzen der Cockpittür in den Passagierraum.
Durchs Fenster links sehe ich den Motor brennen,
bald danach steht auch das andere Triebwerk still.
Unser Vorwärtsflug geht in steilen Sinkflug über,
der Absturz steht kurz bevor - Schreie, Gebete, Weinen.
Dann wird es dunkel, Rauchschwaden überall.
Der Aufprall ist fürchterlich: furchtbare Detonationen,
Überschläge, ein Knall, Rollen, Schreie, Wimmern,
dann Stille, schwarze Nacht, das Ende – Ewigkeit.
Ich
komme zu mir – warm tropft es mir von der Stirn,
brüllender Schmerz in beiden Beinen, in der Brust.
Neuerliche Ohnmacht. - Vergehen Minuten,
Stunden oder Tage? Ich weiß es nicht.
Irgendwie komm ich an mein Handy,
drücke die Nummer meiner Frau:
“Schatz, ich lebe, obwohl wir abgestürzt sind.“
Irgendwann Stimmen der Helfer.
Sie haben uns gefunden.
Ich bin der einzige, der überlebt hat.
Warum gerade ich?
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Nachschlag
Er
betritt den Bankschalter
zückt die Pistole
reicht den Plastiksack über die Scheibe
deutet auf die Scheine: „Alles Geld!“
Zielt auf die Brust der blassen Kassiererin
sie schaufelt Geld in den Sack
er nimmt ihn auf
rennt zum Ausgang
dort bleibt er stehen
fuchtelt mit der Waffe
alle gehen zu Boden
dann blickt er in den Sack
überfliegt die Beute
und findet, es wäre zu wenig.
Zurück zum Schalter
Sack über die Scheibe
Pistole Richtung Brust
“Mehr von dem Zaster.“
Sie greift in die Nachbarkasse
Zehner, Zwanziger, Fuffziger, Hunderter
alles mit Gummiringen versehen
jeweils hundert Scheine.
“Genug!“
“Lass’ fallen! Waffe weg! Polizei!“
Er wollte mehr Geld – jetzt hat er mehr Jahre.
Zwanzig - unbedingt!
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Die Party
Endlich
war Josef, unser Wärter, eingeschlafen.
“Frank, hol’ dir den Schlüssel von seinem Gürtel,
und du, Karl, verständigst die drei Weiber aus Pav.12,
wir treffen uns gleich beim Giftschrank.“
Fünf
Minuten später stehen wir alle vor dem Schrank,
öffnen ihn lautlos, schnappten uns das Substitol und
ein wenig von dem Methadon und ein paar Spritzen.
Es dauert keine zwei Minuten
und wir haben jeder die Nadel drinnen.
Danach liegen wir oben im Gemeinschaftsraum,
trinken meinen Fusel und machten so richtig einen drauf.
Farben und Titten schwimmen vor unseren Augen,
bekommen die tollsten Formen und Schattierungen,
und die Anstaltskluft wird zur Designerunterwäsche.
Grelle Farbexplosionen, tierische Laute
während sich die Wände nach innen
und die großen, vergitterten Fenster nach außen biegen.
Und es ist uns allen scheißegal,
was sie am nächsten Morgen mit uns machen