Bücher von Helmut Schida

4 meiner Bücher

Seit über 15 Jahren schreibt der Autor seine Bücher. Inzwischen sind es so ungefähr 20 Stück geworden. Ein paar Texte daraus stellt er Ihnen nun vor.

Laufend flattern hier herein:

"Lose Textblätter"

Teile davon werden hier veröffentlicht.

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Das Buch des Jahres 2007 trägt den Titel:

"Nackte Tatsachen"

Teile davon werden hier veröffentlicht.

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Das Buch des Jahres 2006 trägt den Titel:

"Was'n los?"

Teile davon werden hier veröffentlicht.

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Das Buch des Jahres 2005 trägt den Titel:

"Kein gutes Jahr"

Teile davon werden hier veröffentlicht.

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Ab sofort im Buchhandel erhältlich:

"Denk-Anstöße"

Helmut Schida ist in dieser Anthologie mit etlichen Texten aus den beiden vorher dargestellten Büchern vertreten. Das Buch ist im Autoren-Feder-Verlag erschienen, kostet 12,95 Euro und Autoren und Leser unterstützen mit dem Kauf des Buches die McDonalds Kinderhilfe für schwer kranke Kinder (ISBN 3-9810816-0-9).

 

2001 erschien das Buch mit dem Titel:

"Y 2 K"

Teile davon werden hier veröffentlicht.

Lesen Sie anschließend eine kurze Textprobe aus diesem Buch!

Und hier kann man die Bücher bestellen. 

Sind Sie ausreichend mit Vitaminen versorgt?

Das Jahr-2000-Problem  

Wir erwarten kaum Computerprobleme mit dem Jahr 2000, wenngleich kleinere Störungen auf lokaler Ebene möglich sind. So lese ich es in einer Zeitung, die ich am Kiosk um die Ecke erstehe. Ähnliches steht in den Blättern in Deutschland, den USA und sicher auch in Peking und am Roten Platz. 

Liest man dann das Kleingedruckte, dann könnte doch in dem einen oder anderen unserer Wasserkraftwerke der Strom für kurze Zeit wegbleiben, die Wasserversorgung ist sich nicht hundertprozentig sicher und der Nachschub von Blutkonserven ist in manchen Spitälern überhaupt nicht gewährleistet.

Zwischen Bill Clinton und Boris Jelzin wird eine telefonische Standleitung installiert, nur für den Fall, dass in einem der Atomraketensilos die Computerprogrammierung nicht ganz auf den letzten Stand gebracht wurde.

Aber sonst haben wir alles ganz gut im Griff, ist alles sicher im grünen Bereich, wenn zu Silvester 1999 die Sektkorken knallen und Milliarden in Form von Knallkörpern und Lichterkugeln in den Himmel gepulvert werden. Wir werden dem da oben noch einmal so richtig einen reinwürgen. Auweia, wird das fein!

Dass jedoch noch massenhaft Flüge in fast alle Teile der Welt zu haben sind, sollte uns genauso zu denken geben wie die Tatsache, dass Firmen, Kleinhändler und Zulieferer wie verrückt ihre Lagerbestände auffüllen und auf Vorrat kaufen. Man kann ja nie wissen, sagte mir einer dieser Burschen vor ein paar Tagen, ob nicht doch wo ein paar von den Computern streiken. Ja selbst meine Verwandten lassen durchblicken, dass sie ein paar Tage vor dem Jahreswechsel noch zusätzlich ein paar Tausender mehr vom Konto abbuchen wollen, denn wer weiß, ob man gleich im Jahr 2000 an sein Konto wird rankommen können.

Angst und Unsicherheit sitzen halt vielen im Nacken, auch wenn manche Fluglinien, Spitäler und Versorgungsbetriebe bereits einmal am 17. September probehalber ihre Uhren auf 23 Uhr 59 des 31. Dezembers vorgestellt haben sollen. Nichts passiert! Wir sind fit fürs Jahr 2000, wurde am 18. September stolz verlautbart. Und ein namhafter Computerkonzern verpflichtet seine Führungsmannschaft in allen Ländern, am 31. Dezember tatsächlich ein Flugzeug zu besteigen und nur so zum Beweis des Selbstvertrauens um den halben Globus zu fliegen. Kein Witz!

Diese Ängste teile ich alle nicht. Das wirkliche Jahr-2000-Problem liegt ganz wo anders. Und kein Schwein hat bisher auch nur einen Gedanken daran verschwendet. Das kommende Jahrhundert wird unser aller Todesjahrhundert sein. Alle, die wir jetzt durch Glück, Zufall oder in berechtigtem Vertrauen auf die Unfehlbarkeit der Technik diese ach so gefährliche Y2K-Hürde schaffen, werden auf unseren Grabsteinen beim Abtrittsdatum vorne eine 2 und eine Null stehen haben.

Iss doch ein versöhnlicher Gedanke. Nur macht sich den keiner! 

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Mein Buch VAT 69

Aber nun ein paar Texte aus "VAT 69":

Dieses Buch wurde 1997 geschrieben.

Seit dem Frühjahr 1998 kann man es hier beziehen

Lesen Sie anschließend auch daraus drei kurze Textproben:

Denk stets daran

An dem kleinen Stück Wurst als Kind
an einer Gräte im Hals mit knapp vierzig
mit der Schnur der Klospülung um den Hals
an einem schmalen Streifen Eis auf der Autobahn
an der offen stehenden Heckklappe der Fähre
an Heroin, Koks, Krebs und Aids
an einem dominanten Vater
an einem homosexuellen Englischlehrer
an verfehlter Umweltpolitik
an einem übereifrigen Jesuiten
an allem, von dem du zuviel oder zuwenig bekommst
an einer überängstlichen Mutter
an all den öden, täglich ausgeübten Jobs der Welt
an einem gerissenen Schnürsenkel im falschen Moment
während einer heißen Nummer mit einer blonden Negermama im Puff
während sich die anderen im Nebenzimmer ein Match im Fernsehen anschauen
während die letzten Befunde alle noch Optimismus versprühen
während du den Reißverschluss deiner Hose hochziehst
während du die Decke deines Krankenzimmers zu tausendsten Mal nach Spinnen absuchst
während du dir in der letzten Reihe des Sexkinos einen runterholst
während es in Texas schneit und Florida von El Nino abgeräumt wird
während die Pfennigabsätze der Nutten Löcher in den noch warmen Asphalt bohren
während das Telefon läutet und noch immer keiner rangeht
während dir bei 180 eine brennende Zigarette auf die Fußmatte deines BMW fällt
während du bei der Westeinfahrt gut zwei Stunden im Stau steckst
während du dich ums nächste Bier aus dem Kühlschrank bückst

kannst du dein kleines, verschissenes Leben aushauchen

Autobiographie

Viele tun sich leicht, wenn sie über sich selbst berichten sollen, 
gibt es ihnen doch endlich einmal Gelegenheit, auch schriftlich 
angeben zu können. Ich dagegen tu mir sauschwer dabei. 
Liegt wahrscheinlich an meiner introvertierten Art. Aber wenn 
es sein muss:

Ich bin 1943 in Wien geboren, erlernter Beruf Lehrer, momentan 
sozialschmarotzender Frühpensionist - pfui! -, Lebenskünstler, 
Maler, Poet ...

Das deutsche Underground-Magazin WC ("Writers Corner", 
Anm. d. Redaktion) nannte mich mal den "Bukowski der 
Donaumetropole Wien", was mir sehr gefallen hat, aber 
natürlich immens übertrieben war. WC ist inzwischen leider 
an Leserschwund eingegangen.

Also, bis dann!

Ja, und kaufen kann man mein Zeug natürlich auch!

 

Die Hopi-Indianer

Wilde Gesten, grelle Farben, urtümliche Tänze, Kriegsbemalung. Man kann 
sie gar nicht stark genug beschreiben, die Hopis, die wir bei ihren Stammesritualen 
auf unserer Tour am Rand des Canyons überraschen. Vorsichtig steige ich aus 
dem Jeep, achte darauf, nur ja nicht auf einen trockenen Zweig oder so zu steigen, 
schleiche mich ein paar Schritte nach rechts in die Büsche, damit ich ihre Zelte mit 
den aufsteigenden Rauchfahnen als Hintergrund aufs Foto bekomme.

Wer hätte heute hier noch solche Urtümlichkeit erwartet?

Am Abend komme ich an der gleichen Stelle noch einmal vorbei. Hinter ihren Zelten 
stehen die Propangasbrenner, Kerosinlampen auf Klappsesseln, ein Campingbus, 
zwei Wohnwagen, ein paar Zwei-Mann-Zelte aus alten Army-Beständen, daneben 
ein Scheißhaus aus Plastik, in dem es kein Klopapier gibt und entsetzlich stinkt.

Ihre bunten Klamotten mit den Federn und den Plastikpailletten haben sie auf 
Wäscheleinen gespannt, die Frauen ziehen sich mit den Kleinkindern in die 
Wohnwagen zurück, wo Bildschirme bläulich flackern, zwei der Männer stehen 
bei einem Ölfass und trinken Whisky aus einer halbvollen Flasche.

Nichts ist von ihrer vormittäglichen Wildheit geblieben. 

Und mein Flieger geht morgen um 18 h 30.

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Mein Buch DDDDr. Jo

Nun noch ein Kapitel aus "DDDDr. Jo":

Dieses Buch hat der Autor 1998 geschrieben und seinem verstorbenen Freund DDDDr. Joh. Gschwendtner gewidmet.

Seit dem Frühjahr 1999 kann man es hier beziehen

Und nun noch eine kurze Textprobe daraus:

DDDDr. Jo

Ich begegnete Johannes zum ersten Mal während eines Urlaubs auf irgend 
einer kleinen unbedeutenden Insel in der Adria. Er war damals schon 
ein alter hagerer Mann, dessen schelmischer Jungenblick von der faltigen Haut 
und den an den dürren Knochen flatternden Muskeln ablenkte. Hätte ich auch 
sein Enkel sein können, so erkannte ich dennoch sofort das überragende 
Charisma des Alten, das aus seinen Augen sprühte und das sich einem 
durch jede seiner Bewegungen beinahe körperlich mitteilte.

Und schon bei unserer zweiten Begegnung durfte ich ihn "Jo" nennen, 
obwohl er laut Visitkarte Johannes Gschwendtner hieß und vor seinem 
Namen viermal das "Dr." stehen hatte: je eines für Mathematik, Physik, 
Astronautik und noch ein Fach, das man an unseren Universitäten vergeblich sucht.

Die glühend heiße und trinkwasserlose Insel war damals touristisch überhaupt 
noch nicht erschlossen. Das einzige Hotel der Insel lag etwa 200 Meter 
vom Bootssteg entfernt und überragte die kahle Umgebung, deren einzige 
Vegetation aus kränklichen Kakteen bestand, um drei Stockwerke. 
Ein rötlich-staubiger Weg ging gerade auf den Eingang zu, der aus 
einem offenen Metallrahmen ohne Tür bestand. Die Gänge und die Zimmer 
präsentierten sich in nüchternem Weiß, dass ich am liebsten gleich umgedreht 
und wieder heim gefahren wäre. Doch das Schiff hatte längst vom Steg abgelegt 
und das nächste kam erst in einer Woche.

Wenigstens eine eigene Sonnenterrasse besaß das Hotel. Sie hatten 
das Flachdach der Bude kurzerhand mit einem Drahtzaun abgesichert, 
damit keiner von den Gästen die drei Stockwerke in die meterhohen Kakteen 
abstürzen konnte.

Und auf eben dieser Terrasse treffe ich Jo das erste Mal. Kein Gramm 
Fett zuviel, grauer, tadellos getrimmter Vollbart, den er von Zeit zu Zeit 
zwischen Daumen und Zeigefinger der rechten Hand massiert, schwarze 
Badehose auf käsiger Haut, an der an manchen Stellen die Adern fingerdick 
und leicht violett hervortreten.

So versucht er gerade ein paar Urlaubern in Badehose und Badeanzug 
die richtige Art des Atmens beizubringen. Im ersten Moment erscheint 
er voll konzentriert.

Ich stehe noch im Aufgang zum Flachdach im Schatten, während die 
kleine Gruppe in der prallen Sonne übt.

"Jetzt mal die Luft langsam rauslassen und dabei die Sekunden zählen. 
Bis zwölf! Bei zwölf die Luft bis sieben anhalten und in die Hocke gehen! 
Und achtet mir ja auf ein schönes Hohlkreuz!"

Dabei springt Jo von einem Kursteilnehmer zum anderen, zieht die 
prallen Waden der Lady in rot auseinander, richtet die Schultern des 
schwarzen Einteilers parallel zum Horizont, tadelt den einen grauhaarigen 
Fettwanst, lobt die Rothaarige mit der drallen Oberweite, ohne einen seiner 
übrigen Schützlinge dabei aus den Augen zu lassen.

Besonders ausführlich befasst er sich mit einer langbeinigen Platinblonden, 
greift ihr beim Einatmen gekonnt von hinten unter die Arme und hält sie 
millimetergenau unter ihren Brüsten fest, während er ihr sein angewinkeltes 
linkes Knie anschmiegsam ins Gesäß drückt.

Am Abend sehe ich ihn dann zufällig am Strand liegen. In seinen Armen die 
blonde Langbeinige, die trotz heute erlernter Atemtechnik kaum noch Luft 
bekommt und deren Arme schlaff neben ihren phantastisch geschwungenen 
Kurven im weichen Sand liegen. Aber die beiden sind alles andere als tot!

Als ich ihn am nächsten Morgen vorsichtig nach seiner blonden Eroberung frage, 
blickt er mir mitten ins Gesicht und lacht: "Sie bumst wie eine nagelneue Absaugpumpe." 
Dabei schlägt mir der vierfache Doktor auf die Schulter und lacht minutenlang bevor 
er mir rät: "Nun mach doch schon den Mund zu!"

Damals entsteht eine Freundschaft, die uns alle paar Jahre an den verschiedensten 
Plätzen unserer Erde zusammenführt und gut zwei Jahrzehnte andauert. Und wir 
hätten es heute noch lustig mitsammen, wäre da nicht diese unheimlich tückische 
Krankheit gewesen!

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Und hier noch ein paar Literatur-Links:
R. J. Hocher :   Der etwas andere Mister Bukowski
Das Berlinerzimmer :  Dichtung exquisit aufbereitet
Textwelt :    Plattform für Autorinnen und Autoren im Internet
Der Rote Adler :    Undergroundtexte aus dem Fichtelgebirge
Emil Zopfi :    Seine Text-Werk-Statt kann sich sehen lassen!
Ingo Witt  :    Wenige, dafür ausgezeichnete Shortstorys
Die Literaturkneipe :    Werke unveröffentlichter Undergrounddichter

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